DPD versus Hermes & Co
Tückische Offensive mit Paket zum Wunschtermin

DPD überrascht Rivalen wie DHL, Hermes und UPS: Der Paketdienst aus Aschaffenburg lässt Kunden künftig gegen eine Gebühr den genauen Zustelltermin für Päckchen frei wählen. Rechnet sich dieses Angebot tatsächlich?
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DüsseldorfBeim Paketdienst Hermes reden sie davon, andere Wettbewerber winkten vorzeitig ab: Den genauen Zustelltermin frei zu wählen, bedauerten sie gegenüber Onlinekunden, bleibe ein unerfüllbarer Wunsch. Zu kompliziert, zu teuer, nicht wettbewerbsfähig.
Sie alle wird an diesem Mittwoch der Aschaffenburger Rivale DPD überraschen. Wie das Handelsblatt vorab erfuhr, will die Tochter der französischen La Poste ihren Kunden genau dieses Anliegen bis spätestens März 2018 erfüllen. In Hamburg und Nürnberg sogar schon ab Ende dieses Monats.

„Für eine Extragebühr von voraussichtlich 2,50 Euro“, bestätigt DPD-Deutschlandchef Boris Winkelmann, „können sich Paketempfänger dann eine Wunschzeit aussuchen.“ Gelegenheit haben sie dazu bis Mitternacht vor dem geplanten Zustelltag.

Die Offensive kommt nicht ohne Grund. Bis 2014 verdiente DPD, 1976 gegründet von Speditionen wie Hellmann, Dachser und Cordes & Simon, das Geld fast ausschließlich mit der Belieferung von Gewerbekunden. Das vergleichsweise mühsame Geschäft mit Privatpaketen überließ man lieber der Otto-Tochter Hermes oder dem Post-Ableger DHL.

Ein Fehler, wie der 2013 angetretene Winkelmann erkannte. Denn während das Zustellgeschäft zwischen Unternehmen seit Jahren fast stagniert, trieben die Onlinekaufhäuser das Paketwachstum an den Haustüren mit Macht nach oben. Dort vergrößerte sich das Volumen seit 2009 um 87 Prozent, wie der Branchenverband BIEK errechnet hat.

Nur: Das Privatkundengeschäft birgt gefährliche Tücken. Während gewerbliche Poststellen stets mit einer Paketannahme besetzt sind, klingeln die Transporteure an privaten Haustüren oft vergeblich. Eine zu hohe Zahl fehlgeschlagener Paket‧annahmen kann sich rasch zu einem Firmenrisiko ausweiten. Mit hohen Investitionen in die IT hielt der weiß-rote Lieferdienst dagegen. Heute landen zwischen einem Drittel und der Hälfte der täglich 1,5 Millionen DPD-Pakete an privaten Haustüren.

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„2,50 Euro reichen kaum aus, um zusätzliche Kosten zu decken“

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