Adoption
Karlsruhe stärkt Rechte nicht ehelicher Väter

Das Bundesverfassungsgericht hat die Rechte nicht ehelicher Väter gegen Adoptionen durch Stiefväter gestärkt. Nach einem am Dienstag veröffentlichten Beschluss sind Adoptionen gegen den Willen der leiblichen Väter nur zulässig, wenn sie für das Kind ganz erhebliche Vorteile haben.

HB KARSLRUHE. Geklagt hatte ein Mann, dessen leiblicher Sohn vom neuen Ehemann der Mutter adoptiert worden war. Die Karlsruher Richter hoben die Adoption auf. (Az: 1 BvR 1444/01 - Beschluss vom 29. November 2005)

Unter bestimmten Voraussetzungen können die Gerichte eine Adoption auch gegen den Willen des Vaters oder der Mutter gestatten. Dabei sind die gesetzlichen Anforderungen nach einer vor einigen Jahren geänderten Vorschrift weniger streng, wenn nicht eheliche Väter nie das Sorgerecht für ihr leibliches Kind hatten. Ganz außer acht lassen dürfen die Gerichte die Interessen dieser Väter jedoch nicht, betonte jetzt das Bundesverfassungsgericht.

Vielmehr müssten stets die Interessen des Kindes und des Vaters miteinander abgewogen werden. Dazu gehört nach den Worten der Richter auch die Prüfung, ob ein intaktes Verhältnis zwischen Vater und Kind besteht. Außerdem müssten die Gerichte feststellen, ob der Vater für mögliche Störungen in der Beziehung zu seinem Kind selbst verantwortlich ist.

Wenn die Mutter einseitig den Kontakt abbreche, könne das nicht in jedem Fall zu Lasten des Vaters gewertet werden, entschieden die Richter. Damit übernahm das höchste deutsche Gericht Grundsätze, die der Bundesgerichtshof in Karlsruhe im März 2005 in einem Beschluss festgelegt hatte.

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