Agenturmarkt
Werber müssen kurzarbeiten

Die anhaltende Wirtschaftskrise hält die Werbebranche fest im Griff: Laut einer exklusiven Studie des Branchenverbandes GWA verkürzt jede zehnte Agentur die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter. Publicis geht einen Schritt weiter und überführt Entlassene in eine Transfergesellschaft

DÜSSELDORF. Ihr Hauptgeschäft ist die Projektarbeit in der Geschäftskundenkommunikation. Ihre Kunden sind vor allem Maschinenbauer, Automobilzulieferer und Logistiker. Und das wirtschaftliche Problem, vor dem sie nun stehen, ist nicht gerade klein.

Der Viernheimer Werbeagentur WOB, führend in Deutschland im Bereich der Geschäftskunden (B2B), brechen derzeit viele Aufträge weg. "Einen Einbruch in dieser Form hätten wir uns niemals vorher vorstellen können", sagt Vorstandsmitglied Frank Merkel. "80 Prozent unserer Kunden machen Kurzarbeit - das können wir als Dienstleister nicht ignorieren."

Im Frühjahr musste Agenturchef Merkel schnell handeln: Das inhabergeführte Unternehmen beantragte Kurzarbeit. Mehr als 40 Prozent der Mitarbeiter sind betroffen. Für sechs Monate hat die Werbefirma das Arbeitszeitinstrument bei der Bundesagentur für Arbeit angemeldet. Die Arbeitszeitverkürzung führe zwar nicht "zu einer gewaltigen Fröhlichkeit" in der Belegschaft, doch Merkel registriert zumindest eine hohe Loyalität seitens der Mitarbeiter. Und: "Von unseren Kunden haben wir viel positives Feedback bekommen."

Die B2B-Agentur WOB ist in der Werbebranche ein Vorreiter in Sachen Kurzarbeit. Denn bislang galt das Arbeitszeitmodell als Tabuthema. "Dahinter verbirgt sich nicht zuletzt das Wort ,Regelarbeitszeit? - und das wird in Agenturen tunlichst vermieden", sagt Ralf Zilligen, früherer Kreativchef der Werbeagentur BBDO. Das Denken vieler Werber sei noch immer: "Regelarbeitszeit? Das sind die mit der Stechuhr." Tatsächlich endet der normale Arbeitstag eines Werbers, der auf sich hält, oft erst in den Abendstunden.

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