Agnelli-Enkel Lapo Elkann
Der verlorene Sohn kehrt zurück

Nach Drogenexzessen soll Agnelli-Enkel Lapo Elkann jetzt das Fiat-Image verjüngen.

MAILAND. Ein Jahr ist es her, dass Lapo Elkann, der Spross der Fiat-Gründer-Familie Agnelli mit einer Kokain-Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Besonders pikant an dem Skandal: Der damals 28-jährige Image-Beauftragte von Fiat war in der Wohnung eines Transsexuellen mit dem Namen "Patrizia" zusammengebrochen, dessen regelmäßiger Gast er war, wie sich später herausstellte.

Doch nun - nach einem Aufenthalt in einer Drogenklinik in Arizona und einigen Monaten in New York - ist der verlorene Sohn in den Schoß der Fiat-Familie zurückgekehrt.

Noch hat er keinen offiziellen Platz in den Reihen des Konzerns. Aber in seinem derzeitigen Wohnort New York arbeitet Lapo mit Kommunikations- und Marketing-Agenturen zusammen, um den Marktauftritt des neu aufgelegten Klassikers Cinquecento (500) vorzubereiten. Das Modell, das Fiat gemeinsam mit Ford Europe in Polen baut, kommt im September kommenden Jahres auf den Markt. Und der Marketing-Mann Lapo Elkann soll dem Auto das richtige Image geben.

Nach den Eskapaden des Vorjahres mag der Einsatz Lapos verwundern. Doch in Italien hat der super-agile Jungmanager seinen Aussetzer überraschend gut überstanden und verfügt mittlerweile schon fast über Kultstatus. "Lapo spricht vor allem die jungen Leute an", sagt ein Mailänder Marketingspezialist. Vielleicht ist ihm die Sympathie auch deshalb sicher, weil er so ein erfrischender Kontrast zu seinem Bruder John ist, der alles richtig zu machen scheint: eine adlige Frau, einen kleinen Sohn und den Posten des Vize-Präsidenten bei Fiat.

Lapo dagegen ist mit seinem exzentrischen Kleidungs- und Lebensstil, der an seinen geliebten Großvater Gianni Agnelli erinnert, der Rebell der Familie. Modezeitschriften feiern den Spross der Agnellis - den italienischen Kennedys - als Trendsetter. Mit einer neuen Fiat-Bekleidungslinie hat er das altbackene Image des Konzerns deutlich verjüngt und mit dazu beigetragen, dass die Marktanteile in Italien wieder steigen. Nun soll er auch dem kleinen Fiat 500 ein hippes Image geben.

Bisher arbeitet Elkann jedoch vor allem hinter den Kulissen. Auch im Sommer, als das Unternehmen im Mailänder Fiat-Café ein Treffen mit dem Cinquecento-Fanclub organisierte, kam der Agnelli-Spross hinzu. Der Presse, die später eintraf, wurde er aber noch vorenthalten.

Seine Rückkehr in die Gesellschaft wird langsam vorbereitet: Im Frühsommer wurde Lapo im Luxusbadeort Portofino an der Seite von zwei hübschen Blondinen gesichtet. Auch in New York werden ihm Frauengeschichten nachgesagt, unter anderem mit einem brasilianischen Fotomodel. Außerdem war er in den vergangenen Monaten mehrmals bei den Spielen des familieneigenen Fußballclubs Juventus zu sehen. An seinem Unterarm prangt eine Tätowierung mit dem Juventus-Wappen. Irgendwie cool eben.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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