Airbus
Der „Feuerwehrmann“ räumt seinen Posten

Gerald Weber, Chef von Airbus Deutschland und verantwortlich für die weltweite Produktion, hört auf. Bis März 2011 werde er noch im Unternehmen bleiben und dann den Posten an einen Nachfolger übergeben, teilte die EADS-Tochter heute mit.
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MÜNCHEN. Die Brände schwelen noch, doch der Feuerwehrmann geht: Gerald Weber, Chef von Airbus Deutschland und verantwortlich für die weltweite Produktion, hört auf. Bis März 2011 werde er noch im Unternehmen bleiben und dann den Posten an einen Nachfolger übergeben, teilte Airbus am Montag mit. Wer das sein wird, lässt das Unternehmen noch offen.

Der 61-jährige Maschinenbauer kam 2007, der Großaktionär Daimler-Chrysler (heute Daimler) schickte den Helfer zur EADS-Tochter, die sich mit dem Riesenairbus A380 komplett verhoben hatte. Und der Maschinenbauer, der im VW-Konzern und bei Daimler Karriere gemacht hatte, setzte seine Kenntnisse aus der Autoindustrie ein, um die aus dem Ruder gelaufene Produktion ins Lot zu bringen. Da gleichzeitig der damalige EADS-Chef Tom Enders als Airbus-Chef nach Toulouse ging, war Weber ein wichtiger Ansprechpartner für besorgte Gewerkschafter und Politiker, die um die deutschen Standorte fürchteten. Relativ geräuschlos gliederte er die Werke Nordenham, Varel und Augsburg aus dem Airbus-Verbund in eine Tochter aus.

Mehr als drei Jahre später ist die Produktion bei Airbus zwar zuverlässiger geworden, doch von Normalität kann keine Rede sein. Die Auslieferung der A320 und der A330 läuft zwar. Und es ist auch Webers Verdienst, dass Airbus die Produktion seiner Bestseller jetzt ohne Probleme steigern kann und damit nach Einschätzung des Mutterkonzerns EADS vor goldenen Jahren steht. Doch die Serienfertigung der A380 hinkt immer noch dem Zeitplan hinterher, auch wenn Airbus für die jüngsten Triebwerkspannen von Rolls-Royce keine Schuld trägt.

Doch die ganz dicke Aufgabe hat Weber seinem Nachfolger überlassen. Mit dem Bau des Langstreckenflugzeugs A350 wagt sich Airbus wie Konkurrent Boeing an einen Flugzeugrumpf aus ultraleichter Kohlefaser.

Während Boeing die Auslieferung seines „Dreamliners“ zum siebten Mal verschiebt und Milliardenverluste fürchten muss, bleibt Airbus seinem laut eigener Aussage ambitionierten Zeitplan treu. Noch.

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