„Als Marionette hat man keine Chance“
Wenn der Finanzinvestor klingelt

Steigen Finanzinvestoren in ein Unternehmen ein, ist der Schock für Manager und Mitarbeiter meist groß. Dabei können beide Gruppen von den neuen Eignern auch profitieren, wenn sie sich auf die neue Kultur einlassen

Die Schockwelle in Wetter und anderen Standorten von Demag Cranes & Components GmbH ist 2002 riesig. Gerade erst hat US-Finanzinvestor KKR den Kranhersteller aus dem Siemens-Konzern herausgekauft, schon macht das Gespenst des Stellenabbaus die Runde. Von gebrochenen Versprechen ist die Rede, über „Amis“ wird gewettert, denen das Schicksal der deutschen Mitarbeiter völlig egal sei. Eine schwierige Situation für das gesamte Unternehmen.

„Der Einstieg von Private-Equity-Investoren ist sicherlich eine Art Kulturschock für Unternehmen, die lange Zeit Teil eines Konzerns gewesen sind“, sagt Harald J. Joos, Vorstandsvorsitzender der Demag Cranes AG. Er weiß, dass dies „zwangsläufig zu einer hohen Verunsicherung“ führt. Heute ist das alles Vergangenheit, der ehemalige Siemens-Bereich wurde saniert, mit dem gesunden Kranhersteller Gottwald Port Technology verschmolzen und 2006 von KKR an die Börse gebracht.

Längst hat sich Private Equity in Deutschland etabliert, trotz der durch die Finanzkrise ausgelösten aktuellen Flaute. Das Konzept, Firmen oder Unternehmensteile aus Konzernen herauszukaufen und die Finanzierung der Transaktion den Beteiligungen aufzubürden, gehört zum wirtschaftlichen Alltag. Doch wenn es so weit ist und die vom ehemaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering als „Heuschrecken“ gebrandmarkten Investoren dann tatsächlich einsteigen, ist die Unruhe groß, bei den Mitarbeitern, aber auch bei den Managern, die vor besonderen Herausforderungen stehen.

Vor allem die Kommunikation mit der Belegschaft ist schwierig, zugleich aber ein zentraler Erfolgsfaktor. „Da kommt jeden Freitag einer, der das Geld mitnimmt, das war eines der ersten Themen auf der Betriebsversammlung, erinnert sich Joos. „Da fällt es schwer, rational zu argumentierten“. Rückendeckung von Seiten des Finanzinvestors dürfen die Manager in solchen Situationen nicht erwarten, sie wäre wahrscheinlich sowieso kontraproduktiv.

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