Anbieter warnen vor negativen Folgen für die Qualität
Der billigste Weg zur Dienstleistung

Unternehmen veranstalten elektronische Ausschreibungen für Zeitarbeitsfirmen. Die Nachhaltigkeit ist jedoch fraglich.

„Slave-Agency: Ebay und Bundesagentur für Arbeit versteigern Arbeitslose“ war im März auf der Internetseite des elektronischen Auktionshauses zu lesen, wenn man nach dem Begriff „Arbeitskraft“ suchte. „Ein sehr makabrer Aprilscherz“, urteilte die Pressestelle der Nürnberger Behörde. Auch Ebay distanzierte sich von der von einem Nutzer eingestellten Meldung und löschte sie.

Dabei ist die Versteigerung von Arbeitskraft in Deutschland gar nichts Ungewöhnliches: Auf den Internetseiten von Ebay werden Dienstleistungen aller Art angeboten – selbstverständlich zum Höchstpreis. Das genaue Gegenteil, nämlich die Versteigerung von Arbeitskraft zum möglichst günstigsten Preis, gibt es jedoch in Deutschland auch – allerdings nicht bei Ebay: Unternehmen wie Siemens I & S, General Electric oder MG Technologies haben den Markt für so genannte E-Biddings getestet.

Im Prinzip ist das eine elektronische Ausschreibung, bei der Zeitarbeitsfirmen eingeladen werden, ein Gebot abzugeben. Der Unterschied zu normalen Ausschreibungen ist allerdings, dass die Wettbewerber online sehen, welche Preise die Konkurrenz abgibt und sich dann gegenseitig unterbieten können.

„Das ist normaler Wettbewerb“, sagt Thomas Läpple, Pressesprecher des Bundesverbandes Zeitarbeit in Bonn. „Bei Menschen kann man nicht wie bei Schrauben um Rabatte feilschen“, hält Dieter Scheiff, Chef der Düsseldorfer Zeitarbeitsfirma DIS dagegen. Rainer Fioriolli, Geschäftsführer der MG Global Sourcing, einer Tochter von MG Technologies sieht es ganz ähnlich: „Wir haben vor etwa eineinhalb Jahren ein E-Bidding durchgeführt und werden das nicht mehr machen. Arbeitskräfte sind eben kein Sack Kartoffeln. Es entscheiden die Einzelprofile und die Person.“

Siemens I&S hat für dieses Jahr auch keine solche Aktion geplant: „Wir haben im vergangenen Jahr geprüft, ob im Dienstleistungsbereich eine solche Ausschreibung möglich ist“, erklärt Rainer Schulze, Pressesprecher. Ziel sei gewesen, so Schulze, die Transparenz der Preise und ihr Niveau zu überprüfen. Ergebnis: „E-Bidding hat nicht so einen hohen Stellenwert gewonnen, wie erwartet. Wir brauchen Mitarbeiter, die die Branche, Produkte und Prozesse kennen, hoch qualifizierte Mitarbeiter.“

Seite 1:

Der billigste Weg zur Dienstleistung

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%