Ansprüche der Kunden wachseh
Kleine Logistiker in großen Netzwerken

Immer häufiger schließen sich mittelständische Unternehmen aus der Logistikbranche zu Netzwerken zusammen, um gegen die großen Konzerne zu bestehen. Mit dem Mittelweg zwischen Fusion und Einzelkämpfer-Strategie wollen sich die Mittelständler ihren Teil des boomenden Logistik-Markts sichern - und der Einkaufstour der Branchenriesen entgehen.

KÖLN. Das Lieblingswort von Matthias Kunze ist "Netzwerk". Aus gutem Grund: Seit über zehn Jahren ist seine Bielefelder Spedition Kunze GmbH im Cargoline-Verbund vertreten. Hier teilen sich deutschlandweit 46 mittelständische Logistik-Unternehmen mehrere zentrale Umschlagplätze, so genannte Hubs, und ihren LKW-Frachtraum. Kunzes Lastwagen befördern Papier, Motoren und anderes Stückgut zu einem der Hubs und nehmen auf der Rückfahrt Güter von dort mit - egal ob sie aus Portugal stammen oder aus Paderborn. "Über das Netzwerk haben wir eine Reichweite und ein Angebot, das den weltweiten Logistikkonzernen Paroli bieten kann", freut sich Kunze.

Mittelständler-Netzwerke wie Cargoline gibt es inzwischen viele, zum Beispiel System Alliance, IDS und 24Plus. Alle funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip: Aus vielen kleinen Fuhrparks wird ein großer, oft über nationale Grenzen hinweg. Den Vergleich mit den Branchenriesen brauchen die Netzwerke nicht zu scheuen. Im Jahr 2004 belegte IDS mit einem Umsatz von 588 Mill. Euro im nationalen Stückgutverkehr hinter Dachser den zweiten Platz der größten Anbieter - noch vor der Bahntochter Schenker. Das belegt die Studie "Top 100 der Logistik", die das Fraunhofer ATL herausgibt.

Mit dem Mittelweg zwischen Fusion und Einzelkämpfer-Strategie wollen sich Mittelständler ihren Teil des boomenden Logistik-Markts sichern. Immer mehr Waren müssen immer rascher um den Erdball transportiert werden, zuletzt wuchs der Umsatz der Speditions- und Logistikbranche um über fünf Prozent pro Jahr belegen Zahlen des Deutschen Speditions- und Logistikverbands. Gleichzeitig lagern viele Unternehmen ihre Logistik-Sparten an externe Dienstleister aus. Frachtraum ist deshalb ein knappes Gut geworden, und die deutschen Dienstleister freuen sich über gefüllte Auftragsbücher.

Die Branche verändert sich rasant: Die Internationalisierung schreitet schnell voran, auf Paketen und Containern kleben immer öfter ausländische Adressen. Die erreicht ein Spediteur nur mit einem großen Partnernetzwerk. Wer das europäische Ausland nicht bedienen kann, hat Pech gehabt.

Denn nicht nur die internationalen Warenströme, auch die Ansprüche der Kunden sind gewachsen. Ein Dienstleister soll heute nicht mehr nur bestimmte Güter transportieren, sondern die volle Bandbreite vom Paket bis zum Traktor - und das weltweit und möglichst schnell. Als selbstverständlich gilt inzwischen, dass der Weg der Ware lückenlos überprüfbar ist. Rundum-Dienstleistungen sind das Maß der Dinge, der Transport allein ist eine auswechselbare Leistung geworden.

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