Anton Schlecker vor Gericht
Auftritt eines Phantoms

Nach Jahren im Verborgenen steht Anton Schlecker wieder im Licht der Öffentlichkeit. In Stuttgart stehen der frühere Drogerie-König und seine Familie vor Gericht. Sein erster Auftritt am Montag sorgt für Überraschung.
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Stuttgart/EhingenVon Schlecker ist in seiner Heimatstadt Ehingen nichts mehr zu sehen. Das weiße Logo auf blauem Grund des einstigen Drogerie-Imperiums ist überall getilgt. Und der Glaspalast, der einmal als Firmensitz diente, gehört längst zum Businesspark Ehingen Donau. „Es ist nichts mehr da“, hatte Schleckers Tochter Meike vor gut fünf Jahren zur Insolvenz des Unternehmens erklärt.

Auch Anton Schlecker hielt sich gut verborgen in seinem Anwesen hinter hohen Mauern, in dem er mit seiner Frau Christa wohnt. Im Ort sieht man sie nur selten, wenn überhaupt. Die jüngsten Bilder von Anton Schlecker stammten aus dem Jahr 1999. Mit umso mehr Spannung wurde sein Auftritt im Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht erwartet, der am Montag begonnen hat.

Schlecker betrat im schwarzen Nadelstreifenanzug den Saal im Untergeschoss des Landgerichts, die Hände auf dem Rücken verschränkt. Der einst für schreiend bunte Oberhemden bekannte Unternehmer trug diesmal einen schwarzen Rollkragenpullover. Schlecker und seine Angehörigen äußerte sich vor Prozessbeginn nicht. Sie gelangten durch einen Hintereingang in das Gerichtsgebäude. Im Laufe des ersten Prozesstages soll es aber eine Erklärung der Angeklagten geben.

Nicht nur die Anwesenheit Anton Schleckers und das dramatische Ausmaß der Pleite für die mehr als 25.000 Mitarbeiter sorgen für das große öffentliche Interesse an dem Fall. Die Insolvenz traf viele relativ alte Angestellte, die „Schlecker-Frauen“, schwer. Hinzu kommen pikante Details. Es geht laut Kennern der Anklageschrift um Luxusreisen für Schleckers Kinder im Wert von 60.000 Euro, 800.000-Euro-Geschenke für die Enkelkinder oder auch eine Wohnungsrenovierung für eine Million Euro.

Staatsanwalt Thomas Böttger warf dem 72-Jährigen vor dem Landgericht Stuttgart vor, er habe im Wissen um die drohende Pleite seines Unternehmens jahrelang Millionen auf die Logistik-Gesellschaft LDG umgeleitet, die seinen Kindern Lars und Meike gehörte. Das Geld habe später den Gläubigern gefehlt. Die Anklage umfasst betrügerischen Bankrott, Insolvenzverschleppung, Untreue und eine falsche eidesstattliche Versicherung. Lars und Meike Schlecker sowie ihre Mutter Christa sind unter anderem wegen Beihilfe zum Bankrott angeklagt.

Dass Firmenchefs vor einer Pleite versuchen, Vermögen auf die Seite zu schaffen, ist nicht ungewöhnlich. Häufig werden Ehefrauen oder andere Familienmitglieder bedacht. Besonders am Fall Schlecker ist, dass Anton Schlecker mit seinen Kindern Lars und Meike enge Geschäftsbeziehungen unterhielt und auch seine Frau in das Firmenimperium eingebunden war.

Im Januar 2012 hatte Schlecker Insolvenz angemeldet. Die einst größte deutsche Drogeriekette habe seit 2004 nur noch in einem Jahr (2006) operative Gewinne geschrieben, sagte Böttger. Spätestens 2009 habe Schlecker gewusst, dass seinem Unternehmen die Insolvenz drohte. Da habe es keine Aussicht mehr gegeben, mittelfristig in die Gewinnzone zurückzukehren. Schlecker, der für den Riesen-Konzern aus Ehingen bei Ulm als „eingetragener Kaufmann“ allein haftete, habe weder nennenswertes Vermögen gehabt, um die Dauer-Verluste auszugleichen, noch Aussicht auf Kredite. Trotzdem habe er überhöhte Preise für den Transport der Waren vom Zentrallager zu den Filialen an die LDG gezahlt, die formal nicht zum Konzern gehörte.

Auf Bankrott in einem schweren Fall, wie er Schlecker vorgeworfen wird, steht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Das Landgericht Stuttgart hat bisher 26 Verhandlungstage angesetzt. Auch zwei Wirtschaftsprüfer, die falsche Bilanzen von Schlecker abgesegnet haben sollen, stehen vor Gericht.

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  • Das Übelste daran!!!!--:--Jetzt werden die Menschen aus Schwaben wieder als Idioten,Sturkopfe
    u.a.dargestellt.Presse-Kommentare auf Deutschland-Funk heute früh.

    Tatsache ist!!!Wer verfolgt hat wie sich Chinesen-Läden und Lädchen in Afrika,Süd-Amerik,
    Europa breit machten und machen,weiß auch wie niedrig die Löhne sind.70 Euro in West-Afrika
    als Bsp.In Brasilien ähnliche Situation---usw.usw. und sie verbreiten sich weiter.
    Hätte Schlecker so misrabel bezahlt,wie es die Chinesen tun,wäre das sogenannte "Imperium
    Schlecker" zusammen gekracht -----allein schon aus Neid auf ein aufstrebendes Familien-
    Unternehmen.
    Wer nichts riskiert!!---macht sowieso keine Fehler!!!!---außer vielleicht eine Chance verpennt zu
    haben----
    Schlecker hätte auch weiterhin Erfolg haben können!
    Ein Teil der jetzigen Entwicklung sehe ich als Neid derer,die nie etwas riskieren würden!!!!-
    Zumindest kein hohes Risiko auf Basis von Privat-Vermögen eingehen würden!
    Ich rechne nicht mit 10Jahren Haft!!----Bei Uli Hoeness waren 36 Monate veranschlagt.
    Er ist jetzt wieder El Presidente!

  • @John Harris: Endlich mal ein Informierter und für die 3,5 Billionen gehört Mutti nicht nur ganz legal verklagt und eingesperrt, sondern noch drakonischer bestraft. Sie selbst und ihre Mannen sehen es dagegen nicht mal als Kavaliersdelikt an, sondern reden nicht mal über den täglichen Bullshit, den sie veranstaltet, sondern schweigen vermeintlich galant alles tot. Ein politisch perverses, hinterwäldlerisches, vollkommen verblödetes und devotes Land sind wir, dass es schlimmer nicht geht.

  • So schlimm es für die Einzelne sein kann, Schlecker hat auch nichts mehr. Schlimmer war z.B. die Holzmann-Pleite. Da hat ein Herr Schröder schon nach 2 Tagen gesehen, dass die Firma sanierungsfähig ist. Handwerker und Lieferanten haben darauf hin weiter geliefert und sind auf weiteren Millionen sitzen geblieben. Wurde gegen ihn wegen Beihilfe zur Insolvenzverschleppung ermittelt?

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