Auto
Bischoff soll Kopper bei Daimler-Chrysler ablösen

Der Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler hat noch nicht entschieden, ob es an der Spitze des Aufsichtsgremiums einen vorzeitigen Wechsel geben wird. Darüber habe es noch keine Gespräche gegeben, erfuhr dpa aus Aufsichtsratskreisen.

dpa STUTTGART. Der Aufsichtsrat von Daimler-Chrysler hat noch nicht entschieden, ob es an der Spitze des Aufsichtsgremiums einen vorzeitigen Wechsel geben wird. Darüber habe es noch keine Gespräche gegeben, erfuhr dpa aus Aufsichtsratskreisen.

Bestätigt aber wurde, dass der langjährige Daimler-Chrysler-Topmanager Manfred Bischoff Nachfolger von Hilmar Kopper werden soll, dessen Amtszeit im April 2007 ausläuft. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart erklärte, dass das Ermittlungsverfahren gegen Kopper wegen des Verdachts des Insiderhandels nun endgültig in Stuttgart verbleibt. Zuvor hatte es einen Streit zwischen den Staatsanwaltschaften in Frankfurt und Stuttgart über die Zuständigkeit für das Verfahren gegeben.

Die Stuttgarter Anklagebehörde hatte die Akten zunächst nach Frankfurt weitergeleitet. Gegen den früheren Deutsche-Bank-Chef wird wegen eines möglichen Verstoßes gegen Insiderregeln ermittelt. Der Manager soll nach Medienberichten den heutigen Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, im Sommer 2005 angeblich vorab über die Rücktrittsankündigung von Daimler-Chrysler-Chef Schrempp informiert haben. Kopper bestreitet die Vorwürfe.

Es könne durchaus sein, dass Kopper sein Amt als Aufsichtsratschef bei Daimler-Chrysler früher zur Verfügung stelle, aber bisher gebe es dafür noch keine Anzeichen, hieß es in den Aufsichtsratskreisen. Daimler-Chrysler wollte die Informationen nicht kommentieren. Bischoff, der als intimer Kenner des Autokonzerns gilt, soll auf der Hauptversammlung am 12. April in Berlin zunächst als einfaches Mitglied in den Aufsichtsrat gewählt werden.

Er folgt auf den amerikanischen Unternehmer Robert Lanigan, der aus Altersgründen ausscheidet. Theoretisch könnte das Aufsichtsgremium im Anschluss an die Hauptversammlung einen neuen Vorsitzenden wählen, doch gilt dies nach den Informationen als eher unwahrscheinlich. Der Daimler-Chrysler-Aufsichtsratsvorsitzende wird gewählt, ohne dass seine Amtszeit limitiert ist. Kopper war zuletzt nach der Hauptversammlung 2004 als Vorsitzender bestätigt worden.

Mit Bischoff, der im April 64 Jahre alt wird, würde die Spitze des Daimler-Chrysler-Aufsichtsrats erstmals seit Jahrzehnten nicht vom ehemaligen Großaktionär Deutsche Bank besetzt. Deutschlands größte Bank hatte ihre Beteiligung an dem Autokonzern in den vergangenen Monaten auf unter fünf Prozent reduziert. Kopper, der am Montag (13. März) 71 Jahre alt wird, hatte den Vorsitz des Gremiums 1990 übernommen, als noch vor der Fusion mit dem US-Autokonzern Chrysler die Daimler-Benz AG existierte. Aktionäre hatten ihm in den vergangenen Jahre häufig vorgeworfen, die ihrer Ansicht nach falsche Strategie des ehemaligen Konzernchefs Jürgen Schrempp unterstützt zu haben.

Bischoff, der als umgänglicher Manager gilt, wird sowohl von den Arbeitnehmervertretern als auch von der Kapitalseite im Aufsichtsrat als „idealer und integrer“ Kopper-Nachfolger betrachtet, war zu erfahren. Er war von 1995 bis 2003 Vorstandsmitglied bei Daimler-Chrysler und gilt als enger Weggefährte des zum Jahresende zurückgetretenen Schrempp. Beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, an dem Daimler-Chrysler 33 Prozent der Anteile hält, ist Bischoff Aufsichtsratschef. Zudem sitzt er in den Kontrollgremien einer Reihe weiterer deutscher und internationaler Unternehmen. Gerade die Erfahrung als EADS-Oberaufseher prädestiniere Bischoff als Aufsichtsratschef bei dem weltweit tätigen Autokonzern, hieß es.

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