Bei den Arbeitnehmern kommt seine direkte Art gut an
Porträt: Franz Herrlein - Rampls wichtigster Mann

Nach einer Blitzkarriere soll Franz Herrlein für die reibungslose Übernahme der Hypo-Vereinsbank durch die italienische Unicredito sorgen.

MÜNCHEN. Entspannt wirkt er. Lässig im Stuhl zurückgelehnt, die linke Hand in der Hosentasche, sitzt der drahtige Mann in seinem Eckzimmerbüro in der Münchener Zentrale der Hypo-Vereinsbank (HVB). Von Stress keine Spur.

Doch Franz Herrlein steht vor der größten Herausforderung seiner Karriere. Der etwas spröde wirkende 38-Jährige spielt eine Schlüsselrolle beim geplanten Bankzusammenschluss von HVB und Italiens Unicredito. Als stellvertretender Integrationschef soll er in den Konzernvorstand der beiden Banken aufsteigen, deren Börsenwert über dem der Deutschen Bank liegt.

Gemeinsam mit seinem italienischen Counterpart, Andrea Moneta, steht er dafür gerade, dass die Fusion erfolgreich über die Bühne geht, der Fahrplan eingehalten wird.

„Die meisten grenzüberschreitenden Fusionen leiden darunter, dass gute Ideen verwässert und nicht konsequent umgesetzt werden“, sagt Herrlein. Ohne arrogant zu wirken, vermittelt er den Eindruck, dass ihm das nicht passieren wird.

So bereitet er den Day One, den Tag des wirklichen Zusammengehens voraussichtlich im Oktober, akribisch vor. Vor drei Wochen startete er das Integrationsteam, das später 15 bis 25 Köpfe zählen wird. Gemeinsam mit dem obersten Integrationsmanager Moneta muss Herrlein vor allem dafür sorgen, dass die angepeilten Synergien von knapp einer Milliarde Euro bis 2008 tatsächlich erreicht werden. Allein in Deutschland sollen zusätzlich zu den von der HVB geplanten 2 200 Jobs weitere 1 800 Stellen wegfallen.

Für viele war es eine Überraschung, dass Herrlein in die Bankspitze aufsteigt, in der nur fünf von elf Posten von der HVB besetzt werden. Zumal die mit hohen Erwartungen gestartete HVB-Privatkundenchefin Christine Licci nicht dem neuen Holding-Vorstand angehört. Als bisheriger Chefeinkäufer und Chief Operating Officer der HVB befasst er sich vor allem mit der Steuerung interner Abläufe und tritt er nach außen kaum in Erscheinung. Für viele HVBler ist er deshalb ein unbeschriebenes Blatt.

Dass HVB-Chef Dieter Rampl dennoch den gebürtigen Regensburger auswählte, hängt auch mit dessen Italienerfahrung zusammen. Vor vier Jahren prüfte Herrlein, der fließend Italienisch spricht, als Berater der Boston Consulting Group die Fusion von Unicredito und Commerzbank. Die Ehe kam allerdings nicht zustande.

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