Berufsunfähigkeit
Versicherungsschutz auch bei verschwiegener ärztlicher Behandlung

Das Verschweigen einer ärztlichen Behandlung kostet einen Patienten nicht zwangsläufig den Schutz seiner Berufsunfähigkeitsversicherung.

HB SAARBRÜCKEN. Das hat das Saarländische Oberlandesgericht (OLG) Saarbrücken in einem aktuellen Urteil entschieden. Insbesondere sei die Versicherung nicht berechtigt, den Vertrag wegen arglistiger Täuschung zu kündigen, wenn das vom Arzt behandelte Leiden nur vorübergehend aufgetreten sei. Denn dies spreche dafür, dass die Versicherung nicht über einen Krankheitsbefund arglistig getäuscht werden sollte (Az.: 5 U 736/03- 71).

Das Gericht gab mit seinem Urteil der Klage einer Frau gegen ihre Versicherung statt. Die Klägerin hatte sich vor Abschluss des Versicherungsvertrages wegen Erschöpfungszuständen in ärztlicher Behandlung befunden. Als Grund des Leidens nannte sie Auseinandersetzungen mit ihrem damaligen Arbeitgeber. Nach einem Wechsel des Arbeitsplatzes hätten sich auch die Beschwerden erledigt. Bei Abschluss der Versicherung habe sie das Leiden daher nicht mehr angegeben. Als die Versicherung gleichwohl davon erfuhr, kündigte sie den Vertrag wegen arglistiger Täuschung.

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