Besetzung des Top-Jobs soll sich diese Woche klären
John Mack ist der Favorit bei Morgan Stanley

Im Rennen um die künftige Führung der US-Investmentbank Morgan Stanley scheint John Mack vorne zu liegen. Wie die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ übereinstimmend berichten, hat der Aufsichtsrat am Wochenende mit Mack über eine Rückkehr zu Morgan Stanley intensiv verhandelt.

NEW YORK. Vor vier Jahren hatte Mack die Bank frustriert verlassen. Damals hatte er einen Machtkampf mit dem nun scheidenden Chef Philip Purcell verloren. Zuvor hatte Wall-Street-Veteran Mack für die zweitgrößte reine Investmentbank der Welt fast 30 Jahre gearbeitet.

Purcell kündigte vor zwei Wochen seinen Rücktritt an, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Er reagierte damit auf die wachsende Kritik an seinem Führungsstil und der unterdurchschnittlichen Aktienkurs- und Gewinnentwicklung bei Morgan Stanley.

Als weitere Anwärter gelten neben Mack nach wie vor Laurence Fink, Chef des New Yorker Fondshauses Blackrock, und Robert Diamond, Leiter des Investment-Ban-kings bei der britischen Großbank Barclays. Mit beiden habe der Aufsichtsrat ebenfalls schon gesprochen, melden US-Medien. Der Leiter der UBS-Investmentbank, John Costas, und der frühere US-Finanzminister Robert Rubin tauchen ebenfalls auf vielen Kandidatenlisten auf.

„Manager wie John Mack und Larry Fink würden positiv aufgenommen“, urteilt Orin Kramer, der für den US-Bundesstaat New Jersey dessen 3,75 Millionen Morgan-Stanley-Aktien verwaltet. Als interne Kandidatin hat sich Zoe Cruz in Stellung gebracht, die Stellvertreterin des scheidenden Bankchefs Purcell. Bereits in dieser Woche könnte die Entscheidung fallen, melden US-Medien unter Bezug auf Aufsichtsratskreise. „Der Auswahlprozess verläuft schneller, als viele erwartet haben“, bestätigt denn auch der vordringlich mit der Suche beauftragte Aufsichtsrat Charles Knight.

Die Zeit drängt. Denn je länger die Führungsfrage ungeklärt ist, desto größer ist die Gefahr, dass Konkurrenten die besten Leute bei Morgan Stanley abwerben könnten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg ist dies bereits in großem Stil geschehen. Seit Ende März sollen bereits mehr als 55 Banker das Haus verlassen haben.

Fondsmanager trauen dem erfahrenen Mack am ehesten zu, die Bank zu einen. Mack übernahm nach seinem Ausscheiden bei Morgan Stanley vor Jahren die Führung von Credit Suisse First Boston, der damals kriselnden Wall-Street-Tochter der Schweizer Großbank Credit Suisse. Dort schaffte er mit Hilfe weitgehender Sanierungsmaßnahmen die Ertragswende. Anfang des Monats übernahm Mack zudem den Aufsichtsratsvorsitz beim New Yorker Hedge-Fonds Pequot Capital. Als Makel des 60-Jährigen gilt sein harter, aggressiver Führungsstil.

„Ich glaube, Morgan Stanley braucht jemanden, der das Ruder übernimmt und Mitarbeiter über-zeugt“, sagte Richard Barrett, ein Ex-Investmentbanker bei Credit Suisse, „Mack hat all diese Qualitäten.“ Laut US-Medien verlangt Mack vor seiner Rückkehr allerdings, dass zwei ehemalige Morgan-Stanley-Manager zurückkehren dürfen. Einer davon, der bisherige Leiter des Investment-Banking- und Handelsgeschäfts, Vikram Pandit, wurde von Noch-Chef Purcell wegen mangelnder Loyalität herausgedrängt. Der zweite, Investmentbanker Joseph Perella, hatte die Bank aus freien Stücken verlassen.

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