Bilanzskandal
Ex-Olympus Vorstand Woodford will kein Comeback

Der frühere Vorstandschef des in die Schlagzeilen geratenen japanischen Kamera- und Medizingerätehersteller Olympus, Michael Woodford, kämpft nicht mehr um Rückkehr ins Amt.
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TokioDer entlassene Olympus-Chef Michael Woodford, der den Bilanzskandal beim japanischen Kamera-Hersteller aufgedeckt hat, gibt seinen Versuch einer Rückkehr an die Spitze auf.

Der Bilanzskandal hat Olympus in eine tiefe Krise gestürzt. Der aktuelle Chef Takayama hatte eine Rückkehr Woodfords in die Unternehmensführung ausgeschlossen. Er hatte allerdings ankündigt, dass die heutige Spitze sich zurückziehen werde, wenn sie die Krise in Griff bekommen habe. Einen Zeitraum nannte er nicht.

In einer von japanischen Medien zitierten Stellungnahme sagte Woodford, er werde nichts mehr unternehmen, um ein alternatives Team aus Direktoren zu bilden. Als Begründung nannte er vor allem einen Mangel an Unterstützung durch große japanische Anteilseigner. Hinzu komme die Belastung für seine Familie durch den Wirbel nach seiner Entlassung Mitte Oktober. Keiner der großen institutionellen Anteilseigner in Japan habe auch nur ein Wort der Unterstützung für ihn geäußert. Stattdessen hätten sie im Endeffekt dem „verdorbenen und belasteten Vorstand“ erlaubt, im Amt zu bleiben, wurde Woodford zitiert.

Er hatte die Nachforschungen zu den Unregelmäßigkeiten, die in die 90er Jahre zurückreichen, ins Rollen gebracht. Der Brite hatte den Bilanzskandal auffliegen lassen, weil er nach seinem Rauswurf an die Medien ging. Nach wochenlangen Dementis musste Olympus einräumen, dass Verluste in Höhe von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro mit Hilfe von Übernahmen verschleiert worden waren.

Es geht um einen Fehlbetrags von umgerechnet 826 Millionen Euro, der das Überleben des 92 Jahre alten und einst renommierten Unternehmens in Frage stellt.

Japanische Ermittler haben im Dezember Geschäftsräume des Kameraherstellers Olympus Corp und Wohnungen früherer leitender Mitarbeiter durchsucht. Ziel der Ermittler ist es, Beweismaterial gegen frühere Top-Manager wegen der Verschleierung von Verlusten in Milliardenhöhe sicherzustellen. Gegen sie soll laut Medien voraussichtlich bis März das Verfahren eröffnet werden.

Als Drahtzieher des Bilanzskandals gelten der frühere Konzernchef Tsuyoshi Kikukawa, Ex-Vize-Chef Hisashi Mori und der frühere Buchprüfer Hideo Yamada.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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