Björn Robens
Verkäufer seiner selbst und der eigenen Bank

Für Björn Robens geht es in diesen Wochen um alles oder nichts. Der smarte 40-Jährige, der seit anderthalb Monaten die BHF Bank führt, hat die Aufgabe ihres Chefverkäufers übernommen. Je nachdem, welcher Käufer den Zuschlag erhält, entscheidet sich Robens? Zukunft. Gegen den Willen neuer Eigentümer wird er nicht bleiben können.
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FRANKFURT. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht mit Kandidaten spricht. Finanzinvestoren aus aller Welt gehören dazu sowie größere und kleinere Bankadressen in Europa.

Robens ist ziemlich schnell ziemlich weit gekommen. Seit knapp drei Jahren ist er bei der BHF für die Kerngeschäftsfelder Private Banking und Asset Management verantwortlich. Der Betriebswirt hatte seine Karriere als Berater bei KPMG, Arthur Andersen/Ernst sowie Roland Berger begonnen. Von 2001 bis 2005 stand er der BHF-Bank in Sachen Neupositionierung und Eigentümerwechsel zur Seite. Damals erhielt das Bankhaus Sal. Oppenheim den Zuschlag, was sich als Lösung mit geringer Haltbarkeitsdauer erwies. Er trat dennoch als Chef des Privatkundengeschäfts in die Bank ein. Als es mit Oppenheim bergab ging, war es nicht zuletzt Robens, der die BHF-Kunden bei der Stange hielt.

Sein Einsatz und wie er ihn in Szene setzte, sprachen dafür, dass auch nach der Übernahme von Oppenheim durch die Deutsche Bank an ihm nicht viele Wege vorbeiführten. Als dann seinem Konkurrenten um die Spitze der BHF, Axel Wieandt, von der BaFin signalisiert wurde, dass sie ihn nicht gerne als neuen Chef sähe, schlug die Stunde von Björn Robens - und er griff zu.

Seither ist er der Chefunterhändler, der für die Deutsche Bank und die BHF das Beste rausholen soll. Vermutlich wird ihn auch sein eigenes Schicksal interessieren. Die immer wieder genannte Liechtensteiner LGT-Bank dürfte zu seinen Favoriten zählen. Aber auch Investoren aus der arabischen Welt seien ihm willkommen, sagt ein mit dem Thema vertrauter Banker. Ein solcher Eigentümer dürfte Robens weniger in das operative Geschäft der Bank hineinreden als ein Käufer aus der näheren Umgebung, begründet der Privatkundenexperte seine Einschätzung.

Oliver Stock
Oliver Stock
Handelsblatt / Stellvertretender Chefredakteur

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