Brasilianischer Magnat
Eike Batista fliegt aus dem Club der Milliardäre

Mit 23 hat der Brasilianer Eike Batista sein erstes Unternehmen gegründet. Eineinhalb Jahre später hatte er sechs Millionen auf dem Konto. Mit 56 hält er ein Konglomerat an Unternehmen - und verliert Geld.
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New YorkEike Batista wollte der reichste Mann der Welt werden, schaffte es bis auf Platz 7 - doch nachdem er bereits seinen Titel als reichster Mann Brasiliens eingebüßt hat, verlor er nun auch noch seinen Milliardärsstatus. Nach Berechnungen des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" ist Batista noch 900 Millionen Dollar schwer. Vor anderthalb Jahren besaß der deutschstämmige Brasilianer noch rund 30 Milliarden.

Zu den Ursachen für die Vermögensschmelze trägt dem Bericht zufolge unter anderem der Wertverlust von Aktien der börsennotierten Energie- und Logistikunternehmen, Minen und Werften bei, die Batista unter dem Dach der EBX Holding versammelt. Sie sollen allein in den vergangenen vier Wochen rund 430 Millionen Dollar aus Batistas Geldspeicher gezogen haben.

Besonders hart trifft es derzeit Batistas Ölkonzern OGX: Das Unternehmen hat Schwierigkeiten damit, seine Produktionsziele zu erreichen, die Erschließung der meisten seiner Ölfelder eingestellt und laut dem letzten Quartalsbericht von Juni 2013 einen Schuldenberg von 4,6 Milliarden Dollar angehäuft. Am Freitag verlor OGX 40 Prozent seines Marktwerts. Bereits im Juli hatte Batista einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge gesagt, er bereue es, mit seinen Firmen an die Börse gegangen zu sein.

Auch Kredite bei der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES und dem Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate lasten auf Batista und flossen bei "Forbes" mit einem Minus von rund 2,7 Milliarden Dollar in die Neuberechnung seines Vermögens ein. Für Darlehen bei brasilianischen Banken soll er Medienberichten zufolge sogar sein Privatvermögen als Sicherheit eingesetzt haben.

Batistas Versuche, das Ruder herumzureißen, haben Anfang Juli bereits den deutschen Energiekonzern Eon geschockt: Batista stieg aus dem operativen Geschäft des Eon-Joint Venture MPX Energia aus. Eon hatte bei seinem Einstieg 2012 auf Batista gesetzt, weil das Unternehmen ihn für einen starken Partner hielt - und es die Risiken für den eigenen Konzern geringhalten wollte.

Auch ein Prunkstück aus Batistas Investment-Portfolio muss offenbar dran glauben: Am Montag bestätigte die schweizerische Investmentfirma Acron dem "Wall Street Journal", mit Batista im Endstadium der Verkaufsverhandlungen über das berühmte Hotel Glória in Rio de Janeiro zu sein. Als Preis sind um die 225 Millionen Dollar im Gespräch.

Batista hatte das zur Weltausstellung 1922 erbaute erste Luxushotel Brasiliens 2008 für rund 50 Millionen erworben. Er wollte es restaurieren und 2011 wiedereröffnen - verschob den Termin dann auf das dritte Quartal 2013. Die Arbeiten sind bis dato nicht beendet.

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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