Byron Trott
ByronTrott: Buffetts Spürhund

Anleger machen sich seit längerem Gedanken über Buffetts Nachfolge – schließlich ist die Börsenlegende bereits 78 Jahre alt. Nun wird der Investmentbanker Byron Trott als Nachfolger für den Großinvestor gehandelt. Seine jahrelange Tätigkeit als "Spürhund" hat ihm Buffetts Vertrauen eingebracht.

NEW YORK. Ganze 27 Jahre verbrachte Byron Trott im Dienste von Goldman Sachs. Als Investmentbanker betreute er dort auch den Großkunden Warren Buffett und seine Gesellschaft Berkshire Hathaway. „Er versteht Berkshire viel besser als jeder andere Investmentbanker, mit dem wir gesprochen haben und – es schmerzt mich, dies zu sagen – er hat sein Honorar verdient“, schrieb einmal der Großanleger über Trott. Nun wechselt der Goldman-Sachs-Veteran zu einem von Berkshire finanzierten Wagniskapitalfonds. Das hat Spekulationen über die Nachfolge von Holdingchef Warren Buffett angeheizt. „Trott ist der perfekte Kandidat, das ist ganz offensichtlich“, meint Alice Schroeder, Autorin einer Buffett-Biographie.

Anleger machen sich seit längerem Gedanken über Buffetts Nachfolge – schließlich ist die Börsenlegende bereits 78 Jahre alt. Der hat versichert, es gebe durchaus geeignete Nachfolger. Der Aufsichtsrat von Berkshire verbringt bei seinen Sitzungen „mindestens die Hälfte der Zeit“ damit, über einen möglichen Nachfolger zu sprechen, erklärte jüngst Buffett. „Ein wichtigeres Thema gibt es nicht“, sagte Buffett kürzlich in einem Interview.

Als aussichtsreichster Nachfolgekandidat wurde bisher David Sokol, der Leiter von Berkshires Versorgertochter Mid American Energy Holdings, gehandelt. Als weitere Aspiranten gelten Tony Nicely, Leiter des Berkshire-Autoversicherers Geico, und Ajit Jain, der einer Rückversicherungstochter vorsteht.

Trott sei für Buffett zwar „ein guter Spürhund“ gewesen, meint Whitney Tilson, der Leiter des New Yorker Hedge-Fonds T2 Partners. Doch Buffett werde am ehesten einen internen Kandidaten auswählen. Die Biografin Schroeder, die Buffett bei der Recherche für ihr Buch mehrere Hundert Stunden interviewen konnte, hält dagegen, dass Trotts jahrelange Beratertätigkeit für Berkshire ihm einen Vorsprung verschaffe. Darüber hinaus verstehe er, „wie Warren über Kapitalmanagement denkt – und er versteht das Geschäft“.

Trott trug dazu bei, dass Berkshire sich vergangenen September mit fünf Mrd. Dollar (3,8 Mrd. Euro) bei Goldman Sachs engagierte. Der neue Fonds, den Trott nun verwalten wird, soll in familiengeführte Firmen investieren – also Unternehmen, die Warren Buffett bevorzugt. Informierten Kreisen zufolge will Trott zwei Mrd. Dollar für den Fonds einsammeln. Bloomberg

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