Compliance-Verstöße
Managern drohen scharfe Sanktionen

Vorstände und Geschäftsführer, die Compliance-Regeln missachten, riskieren millionenschwere Schadenersatzklagen - und ihren Job.

DÜSSELDORF. Es ist ungerecht. Doch die Zeche für die Korruption einiger weniger Firmen zahlen heute alle Unternehmen. Auch das Verhalten der Manager unterliegt immer strengeren Maßstäben. In der jüngeren Vergangenheit hat der Gesetzgeber die Messlatte für gute und transparente Unternehmensführung konstant höher gehängt - bestätigt durch die Skandale um Siemens oder den Geldtransporteur Heros. Und die Zahl der Regelungen steigt weiter.

Allein in der vergangenen Legislaturperiode kamen in Deutschland 400 Gesetze und 1 400 Verordnungen hinzu. International agierende Firmen - darunter auch etliche Mittelständler - müssen sich zudem mit den Regelungen zu Basel II, Sarbanes-Oxley, dem Anlegerschutzverbesserungsgesetz oder den neuen internationalen Rechnungslegungsstandards auseinandersetzen.

"Mittlerweile gibt es weit mehr als 10 000 Vorschriften, an denen Unternehmen bzw. deren Manager ihr Handeln ausrichten müssen", sagt Karsten Umnuß, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Partner der Luther Rechtsanwaltsgesellschaft in München. "Wer selbst den Überblick über alle Vorgaben behalten bzw. deren Umsetzung überwachen will, dem bleibt für das Tagesgeschäft nur noch wenig Zeit."

Schon aus diesem Grund wurden Compliance-Regelungen in der Vergangenheit eher lax gehandhabt. Doch die Luft wird dünner für allzu sorglose Vorstände und Geschäftsführer. "Für die Staatsanwaltschaft sind Verletzungen von Compliance-Anforderungen und die Unterlassung eines unternehmensinternen Risikomanagements längst kein Kavaliersdelikt mehr", warnt Rechtsanwalt Umnuß.

Auch bei den Gerichten können nachlässige Manager nicht auf Nachsicht hoffen. Wer gegen Recht und Gesetz verstößt oder auch nur interne Richtlinien missachtet, muss damit rechnen, dass die Unternehmen ihn für entstandene Schäden persönlich haftbar machen. Die Sanktionsmöglichkeiten gehen sogar noch weiter: Sie reichen von der Verweigerung der Entlastung durch die Gesellschafterversammlung bis hin zu einer außerordentlichen fristlosen Kündigung des Vorstandsmitglieds - alles abgesegnet durch deutsche Gerichte.

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