Daimler-Chrysler
Manfred Bischoff – Pate der Luftfahrt

Manfred Bischoff rückt an die Spitze des Daimler-Aufsichtsrats. Der gebürtige Schwarzwälder gilt im Hause Daimler als klug, fleißig, loyal – und, wenn nötig, beinhart. Er wird als kommender Aufsichtsratschef Zetsche genau auf die Finger schauen.

STUTTGART/FRANKFURT. Der gut gebräunte Mann mit Schnauzer und dunkler Sonnenbrille würde in jedem Mafia-Film eine gute Figur als Pate abgeben. Doch an diesem 27. April 2005 steht Manfred Bischoff unter strahlend blauem Himmel in der ersten Reihe vor der Absperrung zur Landebahn auf dem Flughafen Toulouse-Blagnac. Gerade rollt der Riesen-Airbus A380 nach seinem gelungenen Erstflug vor die Ehrentribüne. Die Crew steigt aus. Bischoff nimmt die Brille ab, applaudiert. Seine Frau knippst Fotos für das Familienalbum.

Bischoff freut sich, aber nicht überschwänglich. Er ist nicht der Typ, der sein Inneres in der Öffentlichkeit zur Schau stellt, obwohl er an jenem sonnigen Tag allen Grund dafür hätte. Die A380 ist sein Baby. Er hat das Projekt immer unterstützt. Den zwischenzeitlich verstorbenen zweiten privaten EADS-Großaktionär Jean-Luc Lagardère hat er vom Bau des Jumbo-Konkurrenten überzeugt – wenn auch die französische Seite dies gerne heute anders darstellt.

Die A380 ist an diesem Tag Sinnbild dafür, dass die europäische Luftfahrt der US-Konkurrenz ebenbürtig geworden ist. Bischoff war stets überzeugt, ohne eine Fusion der wichtigsten Akteure könne Europas Luft- und Raumfahrt auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sein. Gegen den anfangs heftigen Widerstand der Franzosen, die ihren Staatseinfluss nicht aufgeben wollten, war er einer der wesentlichen Antreiber des Zusammenschlusses der Dasa mit der französischen Aérospatiale-Matra und der spanischen Casa zur EADS.

Der gebürtige Schwarzwälder mit Haus am Tegernsee hat gerade in schwierigen Situationen gezeigt, wie man mit Ruhe, Beharrlichkeit, aber auch Durchsetzungskraft und taktischem Geschick erfolgreich sein kann.

Eigenschaften, die er auch in seinem neuen Amt wird gut brauchen können. Bischoff wird als erster Nicht-Deutschbanker an die Aufsichtsratsspitze von Daimler-Chrysler rücken, einem Unternehmen, das er bestens kennt und dem er seit Jahrzehnten dient.

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