Dauer des Verfahrens weiter unklar
Mannesmann-Prozess: Anklage kämpft gegen Freisprüche

Die Staatsanwaltschaft will im Mannesmann-Verfahren nun mit neuen Beweisanträgen einen sich abzeichnenden Freispruch für die angeklagten Top-Manager verhindern. Die Anwälte der Angeklagten setzen dagegen auf ein rasches Ende des Prozesses, nachdem das Gericht erklärt hat, es sehe bislang keine Hinweise auf den Straftatbestand der Untreue.

HB DÜSSELDORF. Die Staatsanwaltschaft wolle das Gericht von ihrer Haltung überzeugen, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Donnerstag in Düsseldorf. Dazu arbeite die Anklage an Beweisanträgen. Wann diese vorgelegt würden, könne er noch nicht sagen. Details zu den Anträgen wollte er nicht nennen. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits erklärt, sie halte an ihren Vorwürfen fest.

Der Verteidiger von Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser, Sven Thomas, sagte dagegen, er hoffe, dass das Verfahren nun rasch zum Abschluss kommen werde. Er bekräftigte, dass er für seinen Mandanten einen Freispruch erwarte. Die Dauer des Verfahrens hänge von der Staatsanwaltschaft ab.

Verstöße nur gegen das Aktienrecht

Die Angeklagten hätten sich nach Ansicht des Gerichts nicht der Untreue schuldig gemacht, hatte Richterin Brigitte Koppenhöfer am Mittwoch vor dem Landgericht in einer Zwischenbilanz des zweimonatigen Prozesses gesagt. Damit verwarf sie den zentralen strafrechtlichen Vorwurf der Anklage. Verstöße habe es nur gegen das Aktienrecht gegeben. Diese sind nach Angaben eines Gerichtssprechers aber nicht in dem Düsseldorfer Strafprozess, sondern allenfalls zivilrechtlich zu klären. Als gravierender hatte sie nur die Prämie an den ehemaligen Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk gewertet, der die Zahlung selbst gefordert und ihr dann im Aufsichtsrat zugestimmt hatte. Hier liege eine "gravierende Pflichtverletzung" vor, doch hätten die Angeklagten dies nicht erkannt und schuldlos gehandelt, weil sie zuvor Rat von Juristen eingeholt hatten.

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