Dax-Topverdiener
Ackermann verdient weiter bombig

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bleibt mit fast 14 Mill. Euro Spitzenverdiener unter den Dax-Vorständen. Der heimische Branchenprimus fuhr im vergangenen Jahr trotz der Finanzkrise einen Rekordgewinn von 6,5 Mrd. Euro ein. Unter den deutschen Wirtschaftsbossen dürfte nur Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Ackermanns Gehalt übertreffen.

FRANKFURT. Der Vorstandsvorsitzende des Zuffenhausener Sportwagenherstellers hat Branchenkreisen zufolge 2006/07 mehr als 60 Mill. Euro verdient. Allerdings profitierte er davon, dass der Konzerngewinn durch die Übernahme von VW aufgebläht wurde. Offizielle Vorstandsgehälter weist Porsche nicht aus.

Der Anstieg der Vergütung Ackermanns entspricht mit sechs Prozent in etwa dem Ergebnisplus. Ackermann erhielt 2007 wie im Vorjahr ein Grundgehalt von 1,15 Mill. Euro. Die erfolgsabhängige Vergütungskomponente, die von der Eigenkapitalrendite sowie der Dividendenrendite im Vergleich zu Wettbewerbern abhängt, blieb mit 8,1 Mill. Euro ebenfalls fast unverändert. Die Zuteilung von Aktienbezugsrechten legte allerdings um etwa ein Fünftel auf 4,5 Mill. Euro zu.

In Summe verdiente der Vorstand der Deutschen Bank 33,2 (2006: 32,9) Mill. Euro. Auffallend ist, dass die Spreizung zwischen Ackermanns Vergütung und den übrigen Vorstandsmitgliedern höher ausfällt als bei vielen vergleichbaren Konzernen. So kommt der für das Risikomanagement zuständige Schweizer Hugo Bänziger lediglich auf gut 5,6 Mill. Euro. Der Vorstandsvorsitzende erhält somit das Zweieinhalbfache. Anders sieht das Verhältnis beim Münchener Finanzkonzern Allianz aus. Dort verdiente Konzernchef Michael Diekmann 2007 rund 5,2 Mill. Euro. Vorstandskollegen wie etwa Finanzchef Paul Achleitner erhielten rund 3,5 Mill. Euro. Folglich beträgt die Spreizung bei den Münchenern nur den Faktor 1,5.

Die Bezüge der zuletzt noch vier Vorstandsmitglieder schlüsselt die Deutsche Bank 2007 auf insgesamt sechs Seiten auf und schafft so eine bis dato nicht erreichte Transparenz. Erstmals werden auch Angaben zu individuellen Pensionsansprüchen gemacht. So ist bei Ackermann per Ende Dezember ein Guthaben von knapp 3,8 Mill. Euro aufgelaufen, zusätzlich hat sich der Manager für das Ausscheiden aus dem Vorstand ein „monatliches Ruhegeld“ von knapp 30 000 Euro ausgehandelt.

Zu den Vergütungen im sogenannten Group Executive Committtee (GEC), das faktisch vorstandsähnliche Aufgaben übernimmt, wurden hingegen erneut keine Angaben gemacht. Der Medienunternehmer Leo Kirch, der mit der Deutschen Bank im Dauerclinch liegt, hatte vor Gericht die Offenlegung durchgesetzt. Mittlerweile werden die Zahlen auf Anfrage bei der Hauptversammlung präsentiert. Anders als in den Vorjahren blieb Kritik seitens der Gewerkschaften oder der Politik aus. Lange Zeit war Ackermann vorgeworfen worden, Millionen zu kassieren und gleichzeitig Tausende Arbeitsplätze zu vernichten.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
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