Debatte: Die Vordenkerin
„Glauben an den Diskurs verloren“

PremiumDie „stille Revolution“ der schweigenden Mehrheit ist für die Publizistin Gertrud Höhler Ausdruck der neuen Machtpolitik: Führung verliert an Glaubwürdigkeit, „alternativlos“ lautet das Codewort der fehlbaren Mächtigen.

Endlich mal wieder eine kühne Vision. Tollkühn geradezu; denn sie handelt von denen, die von Visionen nichts mehr wissen wollen. Die Vision eines Intellektuellen hätte keine Chance in der „stillen Revolution“, die Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart ausruft. Intellektuelle sind abgeschaltet. Also nähert sich der Prophet in der Maske des Komplizen: als Denkdienstleister.

Der Herold steigt von der Zinne. Er legt das Horn des Rufers beiseite und schlüpft ins Tarnkleid des Spähers und Lauschers. Was er sieht, ist eine „lautlose Erhebung … die Gesellschaft bewegt sich, aber diesmal ungeführt“. Der „moderne Revolutionär … führt“ im Zweifel nur das eigene Leben; er „schlendert...

 
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