Der belgische Mode-Designer Raf Simons soll die Marke Jil Sander wieder zum Erfolg bringen
Der scheue Minimalist

Wie ein kleiner Junge versteckte er sich hinter Hecken, in den Boboli-Gärten über Florenz. Dort ließ Designer Raf Simons seine modernen Helden aufmarschieren. Für ihn hat es „etwas Spielerisches, ja beinahe Surrealistisches, so eine High-Tech-Kollektion in einem alten italienischen Garten zu zeigen“.

Der belgische Modemacher steht zurzeit unter besonderer Beobachtung. Wenige Tage nach dieser spektakulären Show am Arno übernahm er offiziell das Design der Marke Jil Sander.

Das Feuerwerk in Florenz galt zwar dem heiligen Johannes, dem Schutzheiligen der Stadt, aber Raf Simons hat jetzt schon sein eigenes gehabt in den Medien, die den jungen Modehelden mit Vorablorbeeren dekorierten. Die jungen Männer in Florenz trugen weite Tuniken, mal geräumige, mal knappenhaft enge Hosen und hohe Sandalen, ähnlich Ben Hur. Darüber metallisch schimmernde, transparente Trenchcoats.

Eine Mode, die nicht die Muskeln spielen lässt, sondern mit den Volumina von Männlichkeit spielt. Wobei die Hintergrundmusik von David Bowie verspricht: „We can be heroes, just for one day.“ – „Wir sind dann Helden für einen Tag.“

Raf Simons ist schon länger ein Held in der schnelllebigen Modebranche. Es ist die zehnte Kollektion seiner Laufbahn, die in Florenz auch mit einer Videoinstallation seines Werdeganges und einem dicken Bildband gewürdigt wurde.

Prada-Boss Partizio Bertelli, der in den letzten Jahren trotz zweistelliger Zuwachsraten bei den Marken Prada und Miu Miu immer wieder Millionen bei Jil Sander und Helmut Lang zuschießen musste, setzt große Hoffnungen in seinen neuen Mann: „Was wir brauchen, ist Kontinuität im Design.“ Ritter Raf soll Lady Jils Erbe verteidigen. Das wird schwer: Das Sander-Werk bei Hamburg wird gerade geschlossen, die Produktion nach Italien verlagert.

Beide, Jil Sander wie Raf Simons, huldigen einem eigenwilligen, beinahe selbstverliebten Minimalismus. Jil Sander griff bewusst zu hochwertigen Herrenstoffen für Damenmode. In ihren schnörkellosen Hosenanzügen waren Karrierefrauen immer richtig angezogen.

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