Der neue British-Airways-Chef Walsh hat bewiesen, dass er eine trudelnde Airline sanieren kann
British-Airways-Chef: Ein Ire in Heathrow

Ein Mann spart sich an die Spitze: Willie Walsh, seit Montag Chef von British Airways, hat sich seinen Karrieresprung als beinharter Sanierer verdient.

LONDON. Der jugendlich wirkende 43-jährige Ire mit dem kurzgeschorenen Haar hat Aer Lingus, die Firma, bei der er mit 17 Jahren anfing, vom Abgrund zurückgeholt. In der schwersten Krise der an Krisen nicht gerade armen Luftfahrtbranche nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 riss er den Steuerknüppel herum und formte in nur zwei Jahren eine der profitabelsten Fluggesellschaften der Welt.

Das nötigte sogar dem bekanntesten irischen Airline-Chef Respekt ab. „Eine erleuchtete Wahl“ attestiert Ryanair-Chef Michael O’Leary British Airways. Auch deutschen Luftfahrtmanagern hat imponiert, wie Walsh den todkranken Staats-Carrier umdrehte, indem er seine Kostenstrukturen an die der Billigflieger anpasste. „Man muss sehen, dass auf Aer Lingus keiner mehr einen Pfifferling gesetzt hat“, sagt ein ranghoher Lufthanseat. Kein Wunder, dass British Airways-Chairman Martin Broughton Walsh sofort an die Spitze der Kandidatenliste für die Nachfolge des 55-jährigen BA-Chefs Rod Eddington setzte, als Walsh bei Aer Lingus hinschmiss. Dass Walsh bei der Sanierung der irischen Gesellschaft alles andere als zimperlich war und fast die Hälfte der einst 6 000 Jobs abbaute, hat seinem Ruf lange Zeit nicht geschadet. Auch privat zeigte sich der Familienvater sparsam und fuhr einen 1993er Honda Prelude.

Doch am Ende wurde es der Regierung und den Gewerkschaften zu viel: Die Arbeitnehmervertreter sahen nicht ein, dass weitere 1 200 Stellen wegfallen sollten, obwohl Aer Lingus Gewinne machte. Und die Regierung lehnte Walshs Idee ab, das Unternehmen per Management-Buyout zu privatisieren.

Anschließend liebäugelte der Golf- und Fußballfan sogar mit einer eigenen Billigfluggesellschaft – in der Branche machte schon der Name „Willie Air“ die Runde. Dann kam der Anruf aus London.

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