Die junge Ford-Generatiojn
Noch ein Ford für Ford

Wenn ein Autokonzern einen neuen Mitarbeiter für Personalrecht bekommt, ist dies bestenfalls für dessen Familie von Interesse. Wenn dieser Mitarbeiter aber den Namen des Unternehmens trägt, wird die Branche hellhörig.

je PORTLAND. So wie im Fall Henry Ford III., 26 Jahre alt, ein Ururenkel des gleichnamigen US-Autopioniers. In Kürze wird er in der Personalabteilung des Unternehmens anfangen, verriet sein Vater, Edsel Ford II., am Rande eines Treffens des Automobilhändler-Verbandes National Automobile Dealers Association in Florida. Edsel Ford II., seit 1988 Mitglied des Ford-Aufsichtsrates, zeigte sich stolz, dass sich sein ältester Sohn für eine Karriere im Familienkonzern entschied: Er hoffe, dass eines Tages seine vier Söhne alle bei Ford arbeiten würden.

Henry Ford III. studierte Geschichte am noblen Dartmouth College in New Hampshire und driftete nach seinem Abschluss durch mehrere Jobs in verschiedenen Städten. Zuletzt war er Mittelschullehrer in einem Vorort von Washington, DC. „Es ist wunderbar, dass jetzt die fünfte Ford-Generation im Unternehmen arbeitet“, kommentierte sein Vater.

Elena A. Ford, die Cousine von Henry Ford III., gehört der gleichen Generation an und arbeitet bereits seit 1995 im Familienunternehmen. Sie ist heute Direktorin für Produktplanung, Strategie und Marketing für die Marken Ford, Lincoln und Mercury in Nordamerika. Sie hat BWL an der New York University studiert.

Ihr Cousin denkt nach Angaben seines Vaters ebenfalls an eine MBA-Ausbildung. Er betonte, dass ein Ford bei Ford kein Geburtsrecht auf eine Karriere habe, sondern sich wie alle anderen beweisen müsse: „Bei Ford gibt es keine Kronprinzen“, sagte er.

Cousin und Vorstandschef William Clay Ford jr., 49, kam über die beschleunigte Ochsentour bis ganz an die Spitze. 1987 war er Geschäftsführer von Ford in der Schweiz, 1988 wurde er in den Aufsichtsrat gewählt, dessen Vorsitz er zehn Jahre später übernahm. Vorstandschef wurde er am 30. Oktober 2001, und er kämpft seitdem gegen den Abstieg des Konzerns, der auf seinem Heimatmarkt 2005 einen Verlust von 1,6 Milliarden Dollar einfuhr. Nach dem jüngsten Sanierungsplan will Ford 14 Werke schließen und 30 000 Arbeitsplätze abbauen.

Von der ausgedehnten Ford-Familie, die rund 40 Prozent der Aktienstimmrechte kontrolliert, arbeitet nur eine Hand voll Mitglieder im Konzern. Neben Bill Ford jr. als Chef gehören sein Vater William Clay Ford und Cousin Edsel Ford II. dem Aufsichtsrat an. Elena Ford und demnächst Henry Ford III. sind die einzigen Vertreter der jüngeren Generation.

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