E-Games
GfM-Kongress diskutiert rechtliche Probleme von Game-Werbung

Internationale Experten aus der Game-, Marketing- und Werbebranche treffen sich heute und morgen zum GfM World Congress in Berlin, um über den Stand, die Rolle und das Potenzial von eGame-Werbung zu diskutieren. Werbeagenturen und Spieleverleger sehen in eGame-Werbung ein großes Potenzial.

Allerdings seien noch viele rechtliche Fragen zu klären, wie Stephan Dreyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung betont. "Es besteht noch viel Diskussionsbedarf darüber, ob In-Game-Advertising als eigenes Telemedium zu qualifizieren ist und damit gegebenenfalls unter die EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien fällt. In diesem Fall würde die Werbung quantitativen und qualitativen Vorschriften unterliegen", erklärt Dreyer.

Während innerhalb der Werbebranche die Euphorie groß ist, zeigt sich die Games-Industrie vorsichtiger. "Der Markt ist noch klein. Es stellen sich Fragen bezüglich der realen Wachstumschancen, aber auch rechtliche Fragen sind noch zu klären", kommentiert ein Sprecher des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU). "Je nach dem, unter welche Dienstekategorie In-Game-Advertising fällt, könnte Tabak-, Alkohol- und Medikamentenwerbung untersagt werden", weiß auch Dreyer. Welches Recht zur Anwendung komme, hänge auch davon ab, ob es sich um dynamische oder statische Werbung handle, weist Dreyer auf einen weiteren, noch ungeklärten Aspekt hin.

Auch beim Datenschutz ist auf nationaler Ebene noch vieles unklar. Wer sich wie lange und wie oft eine Werbung im Onlinespiel ansehe, werde aufgezeichnet. Es sei aber nicht bekannt, ob die Daten anonymisiert werden, betont Dreyer. Für den Markt seien dies hochinteressante Daten, die auch verwendet würden. Allerdings gäbe es hier noch keine rechtliche Diskussion. Die Werber sind mit der eGame-Werbung zufrieden. "Wir haben mit InGame-Werbung sehr gute Erfahrungen gemacht. 2006 waren wir erstmals mit einem Stand auf der Leipziger Games Convention vertreten und überrascht über den unerwarteten Ansturm", freut sich VW-Sprecher Jürgen Kornmann, dessen Konzern verschiedene Golfmodelle in Rennspielen wie "Gran Turismo" oder "Need for Speed" auftreten läßt.

Auf der GfM, die dieses Jahr zum vierten Mal stattfindet, werden 200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet. Eingeladen ist etwa Michael Goodman, Senior Analyst bei Yankee Group Research, der die aktuellen Einschätzungen seiner Unternehmensgruppe zum eGame-Markt vorstellen wird. Demnach soll der Gesamtmarkt in den USA von derzeit 164,7 Millionen Dollar bis 2010 auf 732,5 Millionen Dollar anwachsen. Auch Kenneth Ripley, von IGA Worldwide, einer der bedeutendsten Werbeagenturen für Game-Werbung, wird in Berlin erwartet. Ein weiterer Höhepunkt ist die Podiumsdiskussion "InGame-Advertising und die rechtlichen Implikationen". pte

www.gfm-world.de
www.biu-online.de

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