E-Learning
Industrie liefert Lerninhalte

Die von der Pisa-Studie offen gelegte deutsche Bildungsmisere hat die Wirtschaft auf den Plan gerufen und der Lokando AG ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Die Münchner Gesellschaft entwickelt moderne, PC-taugliche Unterrichtsmaterialien auf der Basis von Inhalten, die die Wirtschaft beisteuert.

Früher spendierten Unternehmen mal den neuen Fussbodenbelag für eine Turnhalle. Im Digitalzeitalter sind es Inhalte für Computer-Lernpakete, die Unternehmen bereitstellen und die Lokando didaktisch und methodisch aufarbeitet. Eines der größten bislang von den Softwareentwicklern und Redakteuren des Münchener Unternehmens gestemmten Projekte gab 2003 die Hörgerätetochter der Siemens AG in Auftrag. Zusammen mit den Siemens-Audiologen entwickelte Lokando eine fächerübergreifende und am Lehrplan ausgerichtete Mediensammlung zum Thema „Ohr, Hören, Schwerhörigkeit“.

Die Zielgruppe der in 550 digitale Wissenmodule aufgeteilten Einheit sind alle Schulstufen. Altersgerecht werden schon Grundschüler in kleinen Schritten in die physikalischen, technischen und biologischen Grundlagen des Hörens eingeführt. Der Hit für die Kleinen ist ein Hörfähigkeitstest: Viele Schüler bemerkten erstmals, wie schlecht sie eigentlich hören und machten sich umgehend auf den Weg zum Hals-Nasen-Ohrenarzt.

Tiefer gehen die Module für die weiterführenden Schulen. Zeichnungen oder Erklärstücke sowie Bezüge zu den Fächern Deutsch, Musik, Ethik oder Verkehrserziehung und Gesundheitspflege vertiefen den Lernstoff für die Klassen fünf bis 13 an Haupt- und Realschulen oder Gymnasien. Mitte des Jahres erhielten Siemens und Lokando für ihr Projekt den Bildungsmedienpreis der Gesellschaft Pädagogik und Information e.V. (GPI).

Doch bevor die Lehrer die Hör-Materialsammlung im Unterricht einsetzen, müssen sie selber die Schulbank drücken und sich mit den Raffinessen des Programms vertraut machen. Die Resonanz ist nach Darstellung der Projektpartner positiv. Die von Siemens angebotenen Weiterbildungen waren nach Angaben des Konzerns stets schnell ausgebucht.

Nach Einschätzung von Lokando ist das „Content sponsoring“ ein Zukunftsmarkt. Der Grund: Die Schulbuchverlage halten sich noch mit der Entwicklung computertauglicher Programme zurück und die Industrie springt in diese Bresche.

Schon ist ein weiteres Projekt in der Lokando-Entwicklungspipeline: Im Auftrag mehrerer MaschinenbauUnternehmen wird zurzeit ein „Mechatronic-Programm“ entwickelt. Dessen Zielgruppe sind Berufsschüler, die so ihre Grundkenntnisse in Mechanik, Elektrotechnik oder Physik vertiefen sollen.

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