EBX Holding
Wie Eike Batista der reichste Mann Brasiliens wurde

Eike Batista, Chef der EBX-Holding, ist Brasiliens spektakulärster Unternehmer. Auch durch die Finanzkrise lässt sich der umtriebige Manager nicht bremsen. Der reichste Mann des Landes sieht in den aktuellen Wirtschaftsturbulenzen vor allem eines: Chancen.

RIO DE JANEIRO. Zwölf Milliarden Dollar! In Zeiten der Finanzkrise haben wir uns an Beträge solcher Dimension gewöhnt. Dennoch: Als Verlust für eine Einzelperson erscheint diese Summe immer noch kaum vorstellbar. Eike Batista hat sie verloren, diese zwölf Milliarden. Doch anmerken lässt er sich nichts. "Ob meine Aktien 18 Milliarden oder sechs Milliarden Dollar wert sind, das ändert nichts an meinem Leben", sagt Batista, der fließend Deutsch mit einem leicht brasilianischen Akzent spricht.

Der 52-Jährige ist immer noch der reichste Mann Brasiliens, Nummer 61 der Forbes-Liste. Sein Vermögen hatte der spektakulärste Unternehmer Brasiliens in drei Jahren von einer Milliarde auf achtzehn Milliarden vermehrt.

In dem engen Großraumbüro mit den wenigen geschlossenen Räumen sprintet der drahtige Mann in Turnschuhen, Jeans und schwarzem Cord-Sakko zwischen Konferenzzimmern, Bürowaben und Sekretärinnenzone hin und her. Seine kräftige Stimme dröhnt immer wieder durch das Büro, stets beantwortet von einem Chor seiner Sekretärinnen: "Sim, Chefe" - "Ja, Chef". Sein eigenes Arbeitszimmer ist schlicht, nur die grandiose Aussicht auf Rios Zuckerhut verleiht ihm ein bisschen Eleganz.

Zeitweise verkaufte Batista Versicherungen

EBX hat der erfolgreichste aller brasilianischen Unternehmer seine Firma genannt. Es ist eine Holding, die ein Dutzend Konzerne vereint - mit Schwergewicht auf Öl, Erz, Energie, Logistik. Es gibt aber auch Töchter für Entertainment und erneuerbare Energien. Das X führen sie alle im Firmennamen "Die Reichtümer Brasiliens multiplizieren" - soll es bedeuten. Das Symbol seines Unternehmens ist eine Sonne, die als Grafik neben seinem Schreibtisch hängt. Hängen sollte. "Verdammt, wo ist meine Sonne?" ruft Batista, schon auf dem Sprung aus seinem Büro. "Chefe, die haben wir doch wegen der Präsentation abgehängt", antworten seine Sekretärinnen unisono.

Wenn er deutsch spricht, klingt Batista jünger, weniger streng. Das mag daran liegen, dass er nur in seiner Jugend deutsch sprach. Zwischen zwölf und 23 hat er mit seinen sechs Geschwistern in Düsseldorf und Brüssel gelebt - seine Mutter war Deutsche. Drei Jahre studierte er in Aachen Ingenieurwissenschaften. Um finanziell über die Runden zu kommen, verkaufte Batista zeitweise Versicherungen - bis er den Diamantenhandel spannender fand, das "fürchterlich langweilige" Studium schmiss und mit 23 Jahren nach Rio de Janeiro zurückkehrte.

Der Diamantenhandel weckte sein Interesse an den Schätzen im Boden: In den nächsten Jahren trieb sich Batista immer wieder monatelang am Amazonas und in den Anden herum, auf der Suche nach Edelsteinen, Silber und vor allem: Gold. Das wurde in Brasilien damals von Goldschürfern in Handarbeit gefördert - es gab noch keine großen Goldbergwerke. Batista kaufte den hartgesottenen Schürfern ihre Geschäfte ab. Bis er Fördermengen zusammenhatte, für die sich der industrielle Abbau lohnte. Was dann folgte, ist eine logistische Meisterleistung: Er zerlegt Bagger und anderes schweres Gerät und lässt es mit klapprigen Flugzeugen in den Regenwald einfliegen. "In diesen Jahren habe ich alles gelernt über Bergbau und Logistik, was mir heute nützlich ist", sagt Batista. Er lernt auch, dass ihm nach mehreren gescheiterten Versuchen auch die gewagtesten Projekte gelingen, wenn er nur will. Sein Enthusiasmus ist grenzenlos: Es heißt, er komme nach einem Wochenende schon mal mit zwei Dutzend Geschäftsideen in seine Firma.

Seite 1:

Wie Eike Batista der reichste Mann Brasiliens wurde

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%