Eckard Heidloff bald Nixdorf-Chef
Mit langem Atem nach oben

Erst drei Bewerbungen hat Eckard Heidloff in seinem Leben bisher geschrieben. Und das vor über zwanzig Jahren. So etwas mag gar nicht passen in das Bild des globalisierten Managers, der sich durch geschickte Wechsel der Arbeitgeber nach oben hievt. Doch Heidloff hat es geschafft.

PADERBORN. Der 50-Jährige steht bald an der Spitze eines börsennotierten Weltkonzerns – Wincor Nixdorf, das IT-Unternehmen, für das er seit 1983 arbeitet. Am Mittwoch präsentiert er sich auf der Bilanzpressekonferenz in Düsseldorf als designierter Konzern-Chef.

Bisher lenkt der bald 65-jährige Karl-Heinz Stiller den Paderborner Hersteller von Geldautomaten und Kassensystemen mit einem Umsatz von knapp zwei Milliarden Euro. „Stiller war der Außenminister, ich der Innenminister“, beschreibt Heidloff die Arbeitsteilung: „Dies war perfekt und erfolgreich.“

Die beiden kennen sich seit 1990, als der Bereich noch als „Werk für Branchensysteme“ zu Siemens gehörte. Damals war Stiller Sprecher der Geschäftsführung der neu gegründeten Siemens Nixdorf Retail and Banking Systems und Heidloff kaufmännischer Geschäftsführer. Zusammen haben sie den Aufstieg, Fall und die Wiedergeburt der ehemaligen Nixdorf AG miterlebt und auch gestaltet.

Bereits während seines Studiums der Betriebswirtschaftslehre in Paderborn kommt der 1956 in Marsberg im Sauerland geborene Heidloff als Werkstudent zum damaligen Computerbauer Nixdorf. Mit dem Diplom in der Tasche bewirbt er sich 1983 bei Nixdorf und erlebt in der Folge alle Höhen und Tiefen mit: den Aufstieg zum großen deutschen Computerbauer, die Verlustjahre nach dem Tod des Gründers Heinz Nixdorf, die Übernahme durch Siemens, den Verkauf an die Finanzinvestoren KKR und Goldman Sachs und schließlich den Börsengang im Mai 2004. „Ich bin vor Ort geblieben, aber die Welt außen vor hat sich gewaltig geändert“, sagt Heidloff.

An die frühere Zeit erinnern zwei alte Aktien hinter dem übervollen Schreibtisch in Heidloffs Büro: eine Vorzugsaktie mit der Nummer 303 der Nixdorf AG und eine historische Aktie von Siemens & Halske, der Vorgängergesellschaft des heutigen Siemens-Konzerns. „In die Mitte gehörte eigentlich eine Aktie vom Börsengang der Wincor Nixdorf AG. Aber davon gibt es keine ausgedruckten Aktien“, bedauert Heidloff, der den Börsengang maßgeblich mitgestaltete.

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