Ehemaliger NRW-IG-Metallchef
Oliver Burkhard rückt in ThyssenKrupp-Vorstand

Oliver Burkhard wechselt die Seiten: Der frühere IG-Metallchef von NRW wird neuer Personalvorstand von ThyssenKrupp. Im April tritt Burkhard die Nachfolge von Ralph Labonte an, teilte der Mischkonzern mit.
  • 0

DüsseldorfDer frühere nordrhein-westfälische IG Metallchef Oliver Burkhard wird neuer Personalvorstand von ThyssenKrupp. Der 40-Jährige ziehe im Februar in das Führungsgremium ein und trete im April die Nachfolge von Ralph Labonte an, teilte der Mischkonzern am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Labonte scheide aus gesundheitlichen Gründen aus. Der 59-Jährige war seit 2003 Arbeitsdirektor von ThyssenKrupp.

Burkhard war von Dezember 2007 bis Oktober dieses Jahres Bezirksleiter der Gewerkschaft in NRW. Der gebürtige Frankfurter saß bereits im Aufsichtsrat der Aufzugstochter von ThyssenKrupp. Als Gewerkschaftschef hatte er unter anderem mit Vertretern von ThyssenKrupp, Salzgitter und weiteren Konzernen über höhere Löhne für die Stahlkocher gestritten. Burkhard erwarb sich dabei den Ruf eines durchsetzungsstarken Pragmatikers mit Verhandlungsgeschick. Er hatte mit einer Lohnerhöhung um 5,2 Prozent einen der höchsten Abschlüsse seit Jahren durchgesetzt.

Burkhard tritt sein Amt bei ThyssenKrupp in der Zeit des Umbruchs an. Vorstandschef Heinrich Hiesinger will den größten deutschen Stahlkonzern stärker auf das Technologiegeschäft mit Aufzügen, Maschinen und Anlagen fokussieren. Dies wird sich kaum gegen die Interessen der Beschäftigten durchsetzen lassen. Die Stahlsparte ist derzeit unter Druck. In Deutschland sind rund 2000 Beschäftigte von ThyssenKrupp Steel Europe in Kurzarbeit. Die verlustreiche amerikanische Stahlsparte mit den Werken in Brasilien und den USA will Hiesinger verkaufen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ehemaliger NRW-IG-Metallchef: Oliver Burkhard rückt in ThyssenKrupp-Vorstand"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%