Einzelhandel
Kaufhof-Chef: Die Krise der anderen

Kaufhof-Chef Lovro Mandac zeigt seit Jahren, wie sich Warenhäuser erfolgreich betreiben lassen. Nun will Metro den Wettbewerber Karstadt zusammen mit Kaufhof unter einem neuen Dach zusammenfassen. Ob Mandac in dem fusionierten K-und-K-Warenhaus dann das Sagen hätte, ist zwar ungewiss. Schlecht aber dürften seine Chancen nicht stehen.

DÜSSELDORF. Fünfmal schon konnte er von seinem Kölner Büro aus verfolgen, wie Erzrivale Karstadt seine Führungsspitze auswechselte, drei Topmanager sah er nacheinander beim Wettbewerber Hertie kommen und gehen. Warenhausketten wie Kaufring und Kaufhalle verschwanden während seiner Amtszeit ersatzlos vom Markt, und auch bei Woolworth regiert längst der Insolvenzverwalter. Nur er selbst thront, umgeben von Sanduhren und Engelsfiguren, an seinem Schreibtisch, als gelte die Warenhauskrise nur für die anderen: Kaufhof-Vorstandschef Lovro Mandac.

Noch am vergangenen Mittwoch musste sich der gebürtige Flensburger auf der Hauptversammlung seiner Konzernmutter Metro anhören, dass die von ihm geführten Warenhäuser nicht mehr zum strategischen Geschäft gehörten - und damit zum Verkauf stünden, sobald sich die wirtschaftlichen Verhältnisse besserten. Seit Sonntag aber braucht sich Mandac - wie so oft in den vergangenen 15 Jahren seiner Amtszeit an der Spitze des Kaufhofs - zunächst einmal wieder weniger Sorgen um den Job zu machen.

Man sei nun bereit, offenbarte am Wochenende Metros Vorstandschef Eckhard Cordes, den Wettbewerber Karstadt zusammen mit Kaufhof unter das Dach der neu zu gründenden Deutschen Warenhaus AG zu schieben. An diesem Unternehmen, erklärte er, werde die Kaufhof-Mutter knapp die Hälfte der Anteile halten. Der Rest solle von den Karstadt-Vermietern und Arcandors Gläubigerbanken getragen werden.

Ob Mandac in dem fusionierten K-und-K-Warenhaus dann das Sagen hätte, ist zwar ungewiss. Schlecht aber dürften seine Chancen nicht stehen. Während Karstadt in den vergangenen Jahren operativ hohe Verluste einfuhr, hat Mandac den Kölner Konkurrenten für die Metro wieder zu einem echten Ertragsbringer gemacht. Geräuschloser Personalabbau, Disziplin beim Investieren und die themenorientierte Warenpräsentation verschafften Kaufhof eine Kapitalrendite von stattlichen acht Prozent.

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