Ernennung mit sofortiger Wirkung
Mazda-Chef Booth ist neuer Ford-Europe-Präsident

Der Brite Lewis Booth (54) wird neuer Europa-Chef beim Autobauer Ford. Der bisherige Präsident der japanischen Ford-Tochter Mazda untersteht David Thursfield, der die internationalen Ford-Tätigkeiten und den globalen Einkauf leitet. Dies hat der weltweit zweitgrößte Autokonzern am Mittwoch mitgeteilt.

HB/dpa DEARBORN. Die Führungsposition bei der Ford Europe war durch den überraschenden Rücktritt des Vorgängers Martin Leach vor wenigen Wochen frei geworden. Leach verhandelt zur Zeit mit der italienischen Fiat SpA, um Chef der Fiat-Autosparte zu werden. Leach war auf eigenen Wunsch bei Ford ausgeschieden. Ford hatte in Europa allein im zweiten Quartal einen Verlust von 525 Millionen Dollar (482 Mio Euro) verbucht.

Nachfolger von Booth an der Spitze der Mazda Motor Corporation wird Hisakazu Imaki (60), die bisherige Nummer zwei. Ford hat Imaki John Parker (55) als Vizepräsident zur Seite gestellt. Ford ist seit 1996 mit gut 33 Prozent an Mazda beteiligt. Der damals angeschlagene Autobauer hatte sich unter der Leitung von Booth sehr gut entwickelt.

Alle Ernennungen erfolgten mit sofortiger Wirkung. „Diese Ernennungen stärken die Ford-Position in Europa und Asien“, erklärte Thursfield. Booth habe in vielen Ford-Regionen in aller Welt große Erfahrungen gesammelt und sei bei Ford Europe kein Fremder, betonte der Auslandschef. Er soll Ford Europe nach den Vorstellungen Thursfields wieder in die Gewinnzone bringen.

Booth war 1978 zur Ford gekommen und war seitdem in unterschiedlichen Bereichen in Deutschland, Großbritannien und Asien tätig. Er kenne die Herausforderungen für die Branche in Europa und in vielen anderen Teilen der Welt, erklärte Booth. Nach Ansicht von Autoexperten muss Booth die von Leach eingeleiteten Strukturreform bei Ford Europe beschleunigen, um schwarze Zahlen zu erwirtschaften.

Ford wird aber die Ford Europe und die Luxusauto-Sparte Ford Premier Automotive Group (PAG) nicht zusammenlegen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Mittwoch in seiner Onlineausgabe. Ford könnte nur die Verwaltungsfunktionen der PAG und der Ford Europe vereinen. Booth dürfte sich auch stärker für einen gemeinsamen Einkauf der beiden Sparten und die gemeinsame Verwendung von Teilen für ihre Marken einsetzen.

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