Ex-Kompagnon darf Anschluss nicht weiter nutzen
Wenn zwei Kanzlei-Partner sich streiten

Wenn Kinder um dasselbe Spielzeug streiten, nehmen es ihnen die Eltern kurzerhand weg. Genauso machte es das Oberlandesgericht (OLG) Hamm im Fall zweier Anwälte, die sich wegen der Telefon- und Faxnummer in die Haare bekamen, als sie die gemeinsam ohne Gesellschaftsvertrag betriebene Kanzlei wieder auflösten.

crz GARMISCH. Der ursprünglich geschlossene Telefonvertrag war im Namen beider Partner abgeschlossen worden. Als die Anwälte auseinander gingen, wollte der eine die Telefon- und Faxnummer in seine neue Kanzlei mit übernehmen - dies angeblich deshalb, um die Altmandate reibungslos abzuwickeln. Das sah der Ex-Kompagnon nicht ein: Die Betreuung der ehemaligen Sozietätsmandanten sei, sofern überhaupt erforderlich, auch mit einer neuen Telefonnummer möglich. Der beklagte Anwalt habe überdies angekündigt, die Kosten weiterhin von dem positiven Sozietätskonto zu begleichen, obwohl die Telefonate im Wesentlichen in seiner neuen Kanzlei anfallen würden. Stimmt nicht, entgegnete dieser, als die beiden sich vor Gericht wieder sahen.

Egal, meinten die Richter des OLG Hamm. Wenn nicht ein Partner die Kanzlei übernehme, sondern diese, wie im vorliegenden Fall, abgewickelt werde, dann habe kein Gesellschafter einen Anspruch auf alleinige Übertragung und Nutzung der gemeinsamen Telefon- und Telefaxnummern. Für die Zwecke der Abwicklung und Auseinandersetzung genüge es vielmehr, die bisherigen Durchwahlnummern auf einen Ansagedienst zu legen, so dass die Mandanten selbst entscheiden können, welchen Anwalt sie anrufen wollen.

AZ: OLG Hamm: 8 U 189/04



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