Exklusiv-Studie
Stiftungsunternehmen – zum Wohle der Gemeinschaft?

Unternehmen in Stiftungshand gelten bei vielen Deutschen als besser. Aber stimmt das wirklich? Klar ist: Die Vorteile für Firmen sind groß. Doch es gibt auch Probleme, wie eine exklusive Studie aus Allensbach zeigt.
  • 3

DüsseldorfWolfgang Schmitt hat Wort gehalten. "Unser Geschäftsmodell ist mittelfristig gut für ein nachhaltiges Wachstum von jährlich acht Prozent", hatte der Chef des Pumpenherstellers KSB vor einem Jahr versprochen. Und wirklich: Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 7,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.

Stefan Sommer erhöht den Druck. Vier Monate ist er jetzt Chef des Autozulieferers ZF Friedrichshafen. Fünf Prozent Rendite erwirtschaftet das Unternehmen. Der Chef will mehr - und dieses Mehr will er bei seinen Zulieferern hereinholen: "Wir müssen diesen Druck maßvoll an unsere Lieferanten weitergeben."

Udo Ungeheuer hat schon verloren. Der Chef des Solarherstellers Schott tritt demnächst ab. Ungeheuer hatte zuletzt einige Rückschläge zu verkraften. Die Solarsparte musste er schließen, der Gewinn fiel um fast die Hälfte. Nachhaltiges Wachstum, Auspressen von Zulieferern, enttäuschte Erwartungen - Schmidt, Sommer und Ungeheuer hatten in den vergangenen Tagen Nachrichten sehr unterschiedlicher Güte zu vermelden. Die drei Vorstandschefs haben aber auch eine Gemeinsamkeit: Sie alle führen Unternehmen, die von Stiftungen geführt werden. Und das beschert ihnen große Vorteile. Sei es im Ansehen der Öffentlichkeit oder in der Art und Weise, wie Management und Mitarbeiter ihre langfristigen Ziele erreichen, hat die Stiftungslösung Vorteile im Vergleich zu anderen Organisationsformen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach und der Unternehmensberatung BDO, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

"Die Studie zeigt sehr klar, dass es für ein Unternehmen einen erheblichen Unterschied macht, ob es in eine Stiftungslösung überführt wird", sagt Allensbach-Chefin Renate Köcher. Sie nennt drei konkrete Punkte, auf die sich das auswirkt: Sicherung der Eigenständigkeit, Bündelung der Unternehmensanteile und der gemeinnützige Zweck. Was zudem nicht zu unterschätzen ist: 71 Prozent der Deutschen glauben, dass Stiftungsunternehmen die besseren Unternehmen sind. Für die Studie hat Allensbach mit Top-Managern von 60 großen deutschen Stiftungsunternehmen gesprochen und eine repräsentative Umfrage in der Bevölkerung durchgeführt.

Seite 1:

Stiftungsunternehmen – zum Wohle der Gemeinschaft?

Seite 2:

Stiftungslösung darf nicht starr sein

Kommentare zu " Exklusiv-Studie: Stiftungsunternehmen – zum Wohle der Gemeinschaft?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zu den Stiftungen verweise ich zu gerne auf Krysmanski seine empirischen Studie, wie die supperreichen die Welt steuern!

    Stiftungen dienen nur dazu da um

    1. ganz legal Steuern zu sparen
    2. die "Welt" nach ihren Dünken zu manipulieren
    3. und DAS IST DAS WICHTIGSTE MIT: SICH GRUND UND BODEN ANZUEIGNEN...ALSO DIE WELT
    4. eine Refeudalisierung der Gesellschaft voran zu treiben!

    http://neuesglobaleselend.blogspot.de/2010/08/refeudalisierung.html

    http://www.uni-muenster.de/PeaCon/krysmanski/

    Die meißten haben noch nicht einmal bemerkt, dass wir uns bereits schon längst ausserhalb der Demokratie befinden. Und das bereits mit der Agenda 2010 der softe Faschismus hier Enzug gehalten hat.

  • Sehr schwach vom Handelsblatt, dass es nicht erwähnt, wie wenig diese Unternehmen für die Gemeinnützigkeit ausgeben. Diese Stiftungen sind Steuersparmodelle, aber keine gemeinnützigen Unternehmen. Wäre schön, wenn das HB etwas darüber schreiben könnte, wie wenig diese Stiftungen für das Gemeinwohl tun.

  • Und es wird so weiter gehen. Am Ende ist Griechenland schuldenfrei und Deutschland erstickt an seinen Schulden.

    Wetten ...!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%