Exklusiv-Umfrage
Manager gegen Trockenlegung von Steueroasen

Die Regierungen der Welt geben ihr Bestes, Steueroasen und Schlupflöcher zu beseitigen. Spitzenmanagern weltweit passt das aber nicht wirklich, wie eine exklusive Umfrage zeigt. Eine Ausnahme: Deutschland.
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DüsseldorfDie Pläne der OECD zur Begrenzung des internationalen Steuerwettbewerbs stoßen in der Wirtschaft allenfalls auf geteilte Zustimmung. Die zeigt eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton unter 3.500 Unternehmen in 45 Ländern, über die das Handelsblatt (Dienstagausgabe) berichtet.

In Deutschland hält immerhin noch gut die Hälfte der Manager eine strengere Regulierung und Aufsicht über Steueroasen weltweit für nötig. In den USA und in China sieht das nur jeder dritte Manager so. In Japan halten gar nur acht Prozent Regulierungen für ein wichtiges Thema.

Am heutigen Dienstag (16. September) will die OECD konkrete Empfehlungen vorlegen, wie die legalen Schlupflöcher bei der Verlagerung von Gewinnen gestopft werden können. Bereits im September hatten sich die G20-Staaten auf einen Aktionsplan geeinigt, der 15 Maßnahmen gegen die Aushöhlung der Steuerbasis und die Gewinnverlagerung (Base Erosion and Profit Shifting – BEPS) vorschlug.

Im Vergleich zu den Managern aus anderen Teilen der Welt sind die deutschen Führungskräfte vergleichsweise offen für Regulierungen. Sie würden es sehr schätzen, wenn die internationale Staatengemeinschaft einen verbindlichen Rahmen für erlaubte Steuer-Gestaltungsmöglichkeiten abstecken würde. 83 Prozent der Geschäftsleiter in Deutschland befürworten das.

EU-weit sind die Meinungen geteilt: Während in Italien 96 Prozent einen solchen Rahmen fordern, sind es in Frankreich nur 57 Prozent. G20-Schlusslicht ist Japan: Dort sind nur 12 Prozent an einem solchen Rahmen interessiert. International angeglichene Steuersätze können sich jeweils gut 60 Prozent der Manager in Deutschland, in der EU insgesamt sowie in den USA vorstellen.

Kommentare zu " Exklusiv-Umfrage: Manager gegen Trockenlegung von Steueroasen"

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  • Jede Glaubwürdigkeit war an dem Tag zerstört, als der Herr Juncker zum EU-Commissions-Präsidenten ausgerufen wurde. Da machten sie alle Jagd (der Herr Schäuble z.B.) auf "die" Steuer-Oasen und hetzten, was das Zeug hielt, und haben jetzt den immer noch obersten Geschäfts-Führer und Schutz-Patron der größten EU-Steuer-Oase in Luxemburg zum EU-Führer ausgewiesen. Diese Scheinheiligkeit empfinde ich als eine üble Klatsche ins Gesicht jedes anständigen Europäers und einen schlimmen Affront gegenüber allen Steuerzahlern, die vom Staat enteignet, bestohlen und betrogen werden..!

  • Steueroasen austrocknen
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    Die Regierungen der Welt geben ihr Bestes, Steueroasen und Schlupflöcher zu beseitigen. Spitzenmanagern weltweit passt das aber nicht wirklich, wie eine exklusive Umfrage zeigt.

    Natürlich passt das vielen Managern nicht. Es ist doch ihr Geschäftsmodell um Steuern zu sparen.
    Dafür haben sie eigens Verschleierungstaktiken entwickelt und verlegen ihren Steuersitz in Steueroasen.

    EU-weit sind die Meinungen geteilt: Während in Italien 96 Prozent einen solchen Rahmen fordern, sind es in Frankreich nur 57 Prozent. G20-Schlusslicht ist Japan: Dort sind nur 12 Prozent an einem solchen Rahmen interessiert. International angeglichene Steuersätze können sich jeweils gut 60 Prozent der Manager in Deutschland, in der EU insgesamt sowie in den USA vorstellen.

    Steuern müssen dort bezahlt werden wo die Gewinne gemacht werden und nicht in Steueroasen.

  • Nach einer neuesten Umfrage sind alle Froesche gegen die Trockenlegung des Teiches es sei denn es ist nicht ihr eigener.


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