Federnproduzenten
Konkurrenz forscht im Verbund

Kleinere Firmen in der Federproduktion können sich größere Entwicklungsprojekte ohne fremde Hilfe gar nicht leisten. Daher entwickeln die Unternehmen innovative Techniken oft gemeinsam mit Wettbewerbern und Forschungsinstituten.

BONN. Im nordbayerischen Marktredwitz arbeitet man gern mit der Konkurrenz zusammen. "Aus unseren Forschungskooperationen bekommen wir sehr nützliche Ergebnisse", sagt Gisela Barthold, Leiterin der Abteilung Forschung und Entwicklung beim Federnhersteller Scherdel GmbH. Mit rund 3 500 Mitarbeitern im In- und Ausland gehört das Unternehmen nicht zu den kleinen der Branche. Trotzdem forscht es regelmäßig im Verbund mit anderen Federnherstellern.

Scherdel nimmt an den Forschungsprogrammen des Verbands der deutschen Federnindustrie (VDFI) teil. Der Verband organisiert für seine Mitglieder Gruppenforschung, auch Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) genannt. Das heißt: mehrere Unternehmen tun sich mit Forschungsinstituten an Universitäten oder Fachhochschulen zusammen, um ihre Produkte zu verbessern. Vor allem kleinere Unternehmen könnten sich größere Entwicklungsprojekte ohne solche Gruppenforschung gar nicht leisten. Die Entwicklungskooperationen des VDFI gelten als vorbildlich in Europa.

Viele der Projekte werden von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen Otto (AiF) gefördert. 250 000 Euro sind nach Angaben des Instituts für Werkstoffkunde an der Technischen Universität (TU) Darmstadt eine gängige Fördersumme für ein zwei- bis dreijähriges Projekt.

Selbsterklärtes Ziel der AiF ist es, "die strukturbedingten Nachteile kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) auf dem Gebiet von Forschung und Entwicklung (FuE) auszugleichen".

Allerdings müssen Unternehmen, die bei einem Projekt dabei sein wollen, selber etwas beitragen. Wenn nicht via Scheckbuch, dann indem sie Forschungsmaterial, zum Beispiel Federn, für Versuchsreihen liefern oder Mitarbeiter für Arbeit in den Forschungsausschüssen freistellen.

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