Frank Asbeck
Solarworld-Chef verzichtet auf Gehalt

Frank Asbeck will so lange auf sein Gehalt verzichten, bis der Konzern wieder schwarze Zahlen schreibt. Dem Solarworld-Chef geht es um sein Lebenswerk. Eine Geste in der Not, ein Zeichen für die Mitarbeiter.
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Frankfurt/ DüsseldorfEinen ruhigen Urlaub hat Frank Asbeck nicht. Zwar weilt er derzeit in Italien und kann dort seiner Leidenschaft für die Köstlichkeiten der Landesküche frönen. Doch der stattliche Mann mit den frechen Locken führt zugleich wichtige Gespräche. Denn an der Börse ist die Aktie abgestürzt, weil die Anleger sich um die finanzielle Ausstattung der von ihm gegründeten Solarworld AG sorgen. Der Solarkonzern steckt in den roten Zahlen. Eine der Hauptgründe dafür sind seines Erachtens weniger eigene Fehler, sondern "illegale chinesische Handelspraktiken", die "den Solarmarkt zerstören".

So kämpferisch wie seine Kritik, so außergewöhnlich seine Methoden, um den Banken und der Öffentlichkeit zu zeigen, dass er sein Unternehmen wirklich wieder in bessere Zeiten führen will. "Ich werde auf mein Gehalt, meinen Bonus und meinen Dividendenanteil so lange verzichten, bis Solarworld wieder Gewinne schreibt", sagte er gestern dem Handelsblatt.

Eine große Geste. Im vergangenen Jahr hatte Asbeck rund eine halbe Million Euro verdient. Außerdem erhielt er für seinen knapp 28-prozentigen Anteil an Solarworld nach eigenen Angaben eine Dividende von rund 2,5 Millionen Euro.

Großzügig ging es bei Solarworld schon länger nicht zu. Die Vorstandsgehälter sind gedeckelt. Sie sind nicht höher als das "Zwanzigfache eines durchschnittlichen Mitarbeitergehaltes", sagte er.

Der Bonner Unternehmer befindet sich mit seinem Gehaltsverzicht in bester Gesellschaft. Als es dem heutigen Weltkonzern Apple einmal schlecht ging, begnügte sich sein Mitgründer und damaliger Vorstandschef Steve Jobs mit einem Gehalt von einem Dollar. Auch der damalige Yahoo-Chef Terry Semel ließ sich ein ähnlich mageres Gehalt auszahlen.

Doch selbst wenn Asbeck vorerst auf seine Entlohnung verzichtet, verarmen wird der Genussmensch nicht. Schon als er vor 14 Jahren Solarworld gründete, war er aufgrund früherer, reger Geschäftstätigkeit ein Millionär.

Über die Jahre hat Asbeck zudem Aktien des Solarunternehmens verkauft und einen Teil in Immobilien investiert. Mit den Erlösen kann er locker seinen Lebensunterhalt begleichen. Trotzdem lässt es ihn nicht kalt, dass die Aktie im letzten Halbjahr um mehr als 75 Prozent auf 1,04 Euro gefallen ist.

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Geld ist nicht der wichtigste Antrieb

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  • der langfristige Praxistest fehlt noch, ob chinesische Module wirklich so lange halten wie sie sollen. Es gibt Unterschiede bei verwendeten Materialien wie Folien, und wenn das chinesische Modul in 10 Jahren Feuchtigkeitsschaden hat, was dann? Nicht der bille Kaufpreis allein zählt, das Solarmodul soll mindestens 20 Jahre Strom erzeugen.

  • Umgedreht wird ein Schuh draus. Die chinesischen Module sind mittlerweile leistungsfähiger als die Deutschen. Während man sich in Deutschland jahrelang (auf üppigen Subventionen gebettet)der Meinung war auf Produktive Weiter-Entwicklung verzichten zu können, wurde in China gehandelt. Für den PV-Kunden zählt unterm Strich nur das Preis-Leistungsverhältniss.

  • Ist Solarworld wirklich so lokalpatriotisch? Hier ein Zitat: "Im Nahen Osten betragen die Energiekosten zwei US-Cent pro Kilowattstunde, in Deutschland ist das viermal so teuer", sagte der Vorstandsvorsitzende von Solarworld, Frank Asbeck, dem Handelsblatt.
    Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/solar-branche-energiefirmen-hoffen-auf-arabien/3260520.html

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