Frauenquote
Managerinnen drängen in die Aufsichtsräte

Deutschlands Unternehmerinnen haben zum Thema "Frauen in die Führungsetagen" genug geredet. Sie wollen nicht länger zuschauen und auf eine Quote hoffen. Nun greifen sie zur Selbsthilfe: Der Verband deutscher Unternehmerinnen plant in den nächsten zwei Jahren rund 150 Frauen für die Aufsichtsratstätigkeit zu qualifizieren.
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DÜSSELDORF. Frauenquote, nein, danke! Stattdessen Diversity-Abteilungen, Corporate Governance-Kommissionen und Empfehlungen, Empfehlungen, Absichtserklärungen...

Deutschlands Unternehmerinnen haben zum Thema "Frauen in die Führungsetagen" genug geredet und greifen nun zur Selbsthilfe. Gemeinsam mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) plant der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU), in den nächsten zwei Jahren rund 150 Frauen für die Aufsichtsratstätigkeit zu qualifizieren. Zudem wird in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Softwareentwicklung eine Datenbank mit geeigneten Kandidatinnen aufgebaut.

Frauen sind in deutschen Führungsetagen Exotinnen. Einer aktuellen Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge sind von den 833 Vorständen der 200 größten deutschen Unternehmen nur 21 Frauen - das sind drei Prozent. Der Anteil in den Aufsichtsräten ist mit zehn Prozent zwar deutlich höher, allerdings sitzen hier drei von vier Rätinnen auf der Arbeitnehmerbank.

Damit will der Verband Unternehmen bei der Suche nach weiblichen Aufsichtsräten helfen und den Vorwurf entkräften, es gäbe keine geeigneten Kandidatinnen. Die Seminare sollen für Teilnehmerinnen, die über Führungserfahrung verfügen sollen, ebenso kostenlos sein wie die Kandidatinnen-Abfrage für Unternehmer und Personalberater. "Wir machen diese Offensive aus politischer Überzeugung und Notwendigkeit, und nicht um damit Geld zu verdienen", sagt VdU-Geschäftsführerin Carlotta Köster-Brons.

Das Thema ist inzwischen in vielen Unternehmen auf der Agenda. Dabei hat sich besonders die Deutsche Telekom mit einer selbstverordneten Frauenquote von 30 Prozent (zu erreichen bis 2015) hervorgetan. Zudem schafften mit Regine Stachelhaus (Eon), Angelika Dammann (SAP) und Brigitte Ederer (Siemens) dieses Jahr drei Frauen den Aufstieg in einen Dax-Vorstand.

Prominente Vertreterinnen für die Aufsichtsratsarbeit sind Simone Bagel-Trah, die dem Gremium von Henkel vorsitzt, die Ex-Shell-Managerin Karen de Segundo bei Eon und die Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller bei Siemens.

Weil die Präsenz von Frauen in deutschen Führungsetagen dennoch gering blieb, wird längst eine Quote diskutiert. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat die Wirtschaft aufgefordert, mehr für Frauen zu tun, und eine 20-Prozent-Quote in Aussicht gestellt.

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  • Gäääähn!....
    ist denn tatsächlich schon wieder Zeit für den Gender Mainstreaming-Artikel?

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