Führungswechsel
T-Mobile USA bekommt neuen Chef

Eigentlich wollte die deutsche Telekom ihre US-Tochter verkaufen. Jetzt versucht es das Mobilfunkunternehmen mit einem Führungswechsel. Mit John Legere rückt ein neuer Mann an die Spitze.
  • 0

New YorkDie Deutsche Telekom hat einen neuen Chef für seine US-Mobilfunktochter gefunden: John Legere wird künftig den Chefposten bei T-Mobile USA übernehmen. Entsprechende Informationen bestätigte ein Sprecher des Unternehmens der in Düsseldorf erscheinenden Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt. 

Legere verfügt über 32 Jahre Erfahrung in der Telekom- und IT-Industrie. Zu seinen früheren Arbeitgebern zählen unter anderem der Computerbauer Dell und der Telefonriese AT&T. In Amerika bekannt machte ihn aber vor allem die Sanierung von Global Crossing. Die Firma hatte während der Telekom- und Internet-Hypes in den Neunzigern ein sündteures Glasfasernetz verlegt - nach Platzen der Blase reichte des Geld aber nicht mehr, die Firma ging 2002 Pleite. Damals war es eine der größten Insolvenzen der US-Geschichte. Legere, der kurz zuvor die Unternehmensleitung übernahm, sanierte die Geschäfte und verkaufte Global Crossing später. Mit der Leistung empfahl er sich der Telekom. "Er verfügt über die entscheidenden Fähigkeiten, um T-Mobile USA in die Zukunft zu führen", sagte Telekom-Chef Rene Obermann über Legere.

Obermann hat dem Marathon-Läufer Legere einen der wichtigsten Jobs im Unternehmen übertragen. Er muss die kriselnde US-Tochter mit 15 Milliarden Euro Umsatz wieder flottmachen, nachdem der geplante Verkauf an AT&T für 39 Milliarden Dollar Ende vergangenen Jahres am Veto der US-Kartellbehörden gescheitert war.

Das Problem: Nach Jahren des stürmischen Wachstums tritt der Markt-Vierte T-Mobile schon seit längerem auf der Stelle, während Platzhirsche wie AT&T oder Verizon Wireless mit exklusiven Handys wie dem iPhone von Apple und kleinere Anbieter mit Discount-Preisen neue Kunden gewannen. Gleichzeitig steht ein teurer Netzausbau an - über die kommenden Jahre allein vier Milliarden Dollar. Obermann kündigte bereits an, dass ein Komplettverkauf unwahrscheinlich ist. Stattdessen stellt sich die Telekom darauf ein, das US-Sorgenkind noch länger durchschleppen zu müssen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Führungswechsel: T-Mobile USA bekommt neuen Chef"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%