Für das Magazin Business Week ist John Kotter der „weltweit Beste“ unter den Gurus für Führungsstärke.
Mit Ideen und Konsequenz gegen den Zynismus

John Kotter will den Wandel in der Unternehmenskultur breit verankern. Denn niemand kann im Alleingang große Veränderungen bewirken.

Handelsblatt: Sie haben über die Bedeutung einer inspirierenden Idee geschrieben. Gibt es die in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs?

Kotter: Der Schlüssel liegt darin, über Kürzungsklischees hinauszugehen. Unbesonnene Bemerkungen wie „Ich habe in der Zukunft eine kleinere Firma vor Augen“ stellen keine Vision dar, die Hoffnung in den Mitarbeitern aufkeimen lässt, die sie mobilisiert oder ihre Bereitschaft weckt, auch einmal kürzer zu treten.

Was sollten Führungskräfte tun?

Sei kreativ, sei du selbst und vor allem, werde dir bewusst, warum du tust, was du tust. Wenn man das vermittelt, wird ein Unternehmen automatisch stärker. Leisten die Führungskräfte das nicht, dann legen sie die Saat für die Art von Zynismus, die entsteht, wenn wir die Widersprüche zwischen dem, was die Leute sagen und dem, was sie tun, erkennen.

Die Veränderungsidee wirksam zu übermitteln, ist ausschlaggebend für den Erfolg. Allerdings tendieren Manager während einer Umwälzung eher dazu, die Kommunikation abzubrechen. Dabei sollten sie sich gerade dann mehr denn je mit ihren Mitarbeitern austauschen.

In den vergangenen Jahren habe ich die Macht von Erzählungen entdeckt. In der Entwicklung des Menschen wurde Wissen eher über Erzählungen vermittelt als über ausgefeilte Diagramme mit Pfeilen. Unser Nervensystem und unser Gehirn müssen verdrahtet werden, um Geschichten zu verstehen und sich an ihnen zu orientieren. Gerade versuche ich, besser zu verstehen, wie Erzählungen funktionieren. Nicht weil ich selbst einen Roman schreiben möchte, sondern um eine Idee zu kommunizieren und bessere Ergebnisse zu erzielen.

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