Für Tagesthemen-Moderatorin Anne Will ist die Neutralität der Nachrichten unbedingte Pflicht
Die Wahrhaftige

Wenn Anne Will ins Plaudern kommt, dann denkt sie über Dinge nach, die auch den Fernsehzuschauern auffallen. „Bisweilen treffe ich jemanden und denke: ,Im Fernsehen habe ich den immer ganz anders wahrgenommen.’ Jetzt aber entspricht das so gar nicht mehr meinem bisherigen Bild. Andere wiederum, auch Politiker, sind dagegen absolut eins zu eins.“

Die Frau, die in ihrem Büro im Fernsehhaus des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg-Lokstedt so entspannt dasitzt, unterliegt selbst diesen Mechanismen der Medien-Gesellschaft. Aber: Mit „eins zu eins“ ist Anne Will ganz sicher nicht zu beschreiben.

Die Moderatorin der ARD-Tagesthemen, die ein Kollege mal als die „Mona Lisa des deutschen Journalismus“ bezeichnet hat, gilt gemeinhin als von kühler, unnahbarer Strenge.

Und kürzlich, am Wahlabend, wirkte sie dank der zweifelhaften Bemühungen der Maskenbildner tatsächlich etwas maskenhaft und sogar ein wenig verloren neben der mächtigen Erscheinung ihres ARD-Kollegen Thomas Roth.

„Die meisten Menschen stellen sich mich wohl größer vor“, sagt die 1,69 Meter große Moderatorin, die an diesem Nachmittag entspannt und im tatsächlichen, wie im übertragenen Sinne ungeschminkt und wohl auch deshalb – noch – attraktiver wirkt als auf dem Bildschirm.

„Natürlich laufe ich in Wirklichkeit nicht so herum wie im Fernsehen, bin viel weniger geschminkt und nicht so frisiert“, sagt sie.

Grundsätzlich spricht sie aber ihr Äußeres nicht so gern an. Denn „männliche Kollegen werden danach schließlich auch nicht gefragt“, erklärt sie.

Und tatsächlich hat Anne Wills Wirkung auf dem Bildschirm weniger mit ihrem Teint zu tun denn mit so etwas kaum Greifbarem wie Wahrhaftigkeit. Sie besitzt offensichtlich das Audrey-Hepburn-Gen, diese Form von makelloser Schönheit, die ohne Reinheit des Geistes kaum möglich scheint.

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