Fumio Ohtsubo
Meister des Itakona

Fumio Ohtsubo führt Panasonic sanft, penibel und sparsam. Jetzt will er den Rivalen Sanyo kaufen und den Elektronikriesen ganz nach vorn katapultieren.

TOKIO. Panasonic ist eines dieser echten japanischen Großunternehmen mit einer ganz langfristigen Strategie. Mancher munkelt, dass sich das Traditionshaus bis heute an einen geheimen Masterplan des Firmengründers hält – aus der Vorkriegszeit.

Doch falls es so einen Plan gäbe, Fumio Ohtsubo würde ihn souverän in seinem eigenen Sinne auslegen – so wie er den Namen des Gründers Matsushita aus der Firmierung streichen ließ. Denn Konzernchef Fumio Ohtsubo verfolgt vor allem ein Ziel: Panasonic soll weltweit die Nummer eins in der Konsumelektronik werden.

Jetzt, mit dem geplanten Zukauf des Konkurrenten Sanyo, würde Ohtsubo zumindest von den Zahlen her auf einen Schlag den weltweit größten Hersteller von Heimelektronik wie Fernsehern, Kameras und Mikrowellen schaffen. Das fusionierte Unternehmen überträfe Siemens, Philips und Sony an Umsatz.

Die Übernahme kann Panasonic derzeit trotz weltweiter Krise und Konsumflaute bezahlen. Im vergangenen halben Jahr hat Ohtsubo den Gewinn um ein Fünftel gesteigert, und kein Schwund in Sicht. Er hat derzeit rund acht Milliarden Euro in der Kriegskasse für Übernahmen – pünktlich zum weltweiten Aktientief, wo die Konkurrenz so richtig billig zu haben ist. Das ist zum Teil sein eigenes Verdienst, zum Teil das seines Vorgängers, der das Unternehmen derzeit als Chairman mit überwacht.

Ohtsubo, dem man seine 63 Jahre nicht ansieht, ist ein Mann, der mit leiser Stimme und geduldig seine Managementphilosophie erklärt. Ein Unternehmen bestehe nur aus dem Können seiner Mitarbeiter, sagt er. Das klingt wie eine laue Weisheit aus einem BWL-Seminar. Bei Panasonic ist der Spruch jedoch Realität. Von der Ebene des einfachen Arbeiters an sind alle Mitarbeiter in Entscheidungen einbezogen. Klar machen die Chefs auch Vorgaben. Die Strategie bestimmen jedoch so weit möglich alle gemeinsam. Auch neue Ideen haben eine gute Chance, es in vergleichsweise kurzer Zeit von der Graswurzelebene zum globalen Firmenstandard zu schaffen.

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