Geldinstitut
WGZ Bank bekommt neuen Chef

Werne Böhnke räumt seinen Vorstandsposten bei der Düsseldorfer WGZ Bank und macht den Weg für eine Fusion mit dem Schwesterinstitut frei. Böhnkes Nachfolger beerbte ihn schon einmal auf einem Chefposten.
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FrankfurtÜberraschender Chefwechsel bei der genossenschaftlichen WGZ Bank: Der langjährige Vorstandsvorsitzende Werner Böhnke tritt im Juni ab und geht in den Aufsichtsrat, wie das Düsseldorfer Institut am Donnerstag mitteilte. Nachfolger soll das 60-jährige Vorstandsmitglied Hans-Bernd Wolberg werden. Böhnke (62) habe dies selbst vorgeschlagen. Der Schritt gilt in Finanzkreisen als wichtige Weichenstellung für eine spätere Fusion mit dem Schwesterinstitut DZ Bank, über die immer wieder spekuliert wird. „Wäre jetzt ein Banker von außen an die Spitze gerückt, der am Anfang seiner Karriere steht, wäre das definitiv eine große Hürde für ein Zusammengehen gewesen“, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. „Diese Entscheidung dagegen signalisiert Kontinuität und Offenheit für eine Fusion.“

Böhnke dürfte im nächsten Jahr Aufsichtsratschef werden, da Amtsinhaber Dieter Philipp dann die Altersgrenze von 70 Jahren erreicht. Der scheidende Bankchef kennt den genossenschaftlichen Finanzverbund so gut wie kaum ein anderer in Deutschland. „Hier passt die Bezeichnung Urgestein wie selten sonst“, sagte ein Bankinsider. Er arbeitet dort in verschiedenen Funktionen seit mehr als 47 Jahren, davon 16 Jahre im Vorstand der WGZ Bank - dem Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken im Rheinland und in Westfalen. Im vergangenen Jahr verdiente die Bank fast 400 Millionen Euro und damit soviel wie noch nie in der Firmengeschichte. Wolberg war Böhnke vor vielen Jahren schon einmal nachgefolgt – im Chefsessel der Volksbank Münster.

In den vergangenen Jahren sind mehrere Anläufe zu einer Fusion mit der deutlich größeren DZ Bank gescheitert. Böhnke hatte wiederholt Zweifel an einem Zusammengehen, unter anderem weil das Schwesterhaus anders als die WGZ Bank in der Finanzkrise einen milliardenschweren Kapitalbedarf hatte. DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch hat die Eigentümer für dieses Jahr auf eine weitere Kapitalspritze vorbereitet und dies mit der schärferen Regulierung begründet. „Erst wenn das Kapitalthema durch ist, kann es einen neuen Anlauf zu einer Fusion geben“, heißt es aus beiden Instituten. Derzeit gebe es keine Gespräche. In vielen Bereichen arbeiten die Institute bereits zusammen, um Kosten zu sparen.

Kirsch setzt hier auf Kontinuität: „Herr Böhnke und ich konnten unsere beiden Häuser in den letzten Jahren näher zusammenführen. Das wird sich auch in der neuen personellen Konstellation weiter fortsetzen“, erklärte er. Auch Böhnke kündigte an, weiter an der Zukunft der genossenschaftlichen Bankengruppe zu arbeiten. Sollte es zu einem Zusammenschluss kommen, gilt es als wahrscheinlich, dass Kirsch Vorstandsvorsitzender des neuen Instituts und Böhnke Aufsichtsratschef wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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