Georg von Opel
Von Opels Tour durch die Schweiz

In der Schweiz wird an einem neuen Kapitel der Georg-von-Opel -Saga gestrickt. Aber schon wieder sieht es so aus, als liefe für den Spross der Autodynastie nicht alles ganz rund. Die Zürcher Jelmoli -Gruppe bereitet dem deutschen Investor erneut Sorgen.

ZÜRICH. Zu Erinnerung: Bis vor einem Jahr war von Opel als Investor nur für Kenner eine Größe. Dann ging er selbst mit seiner Firma "Growth Value Opportunities"- praktischerweise abgekürzt: GVO, wie Georg von Opel - an die Börse und trommelte für seine Strategie der ausgewählten Firmenbeteiligungen.

Die Aufmerksamkeit wuchs. Niemandem entging fortan, wo von Opel überall mitmischte. Schon gar nicht unbeachtet blieb sein Engagement bei der Jelmoli -Gruppe, einem klingenden Namen in der Schweiz, der beispielsweise auf dem vornehmsten Kaufhaus an der Zürcher Bahnhofsstraße prangt. Die Gruppe hat sich in den vergangenen Jahren mehr und mehr von einer Ladenkette zu einem Immobilienkonzern gewandelt.

Von Opel hat diese Strategieänderung als Mehrheitsaktionär vorangetrieben. Krönung des Plans sollte sein, ein Immobilienpaket im Wert von rund zwei Mrd. Euro an israelische Investoren zu verkaufen. Doch der Deal platzte. Damit nicht genug: Eine Allianz von Jelmoli -Aktionären warf von Opel darüber hinaus vor, "Geld aus der Kasse zu stehlen", indem er versucht habe, Einnahmen der Jelmoli -Gruppe in seine Anlagegesellschaft GVO zu lenken.

Die Aktionärsallianz besteht aus den beiden Heuschrecken-Fonds Franklin Mutual Advisers und Fortelus Special Situations Fund. Sie bombardierten den Verwaltungsrat der Jelmoli -Gruppe beim jüngsten Aktionärstreffen im Dezember mit Anträgen, die von Opel dank seiner Mehrheit bei Jelmoli zwar größtenteils verhindern konnte. Die aber dennoch ausreichen, um ihm weiter das Leben schwer zu machen.

Der Verwaltungsrat musste sich im Dezember den Vorwurf gefallen lassen, er habe in der Vergangenheit unprofessionell gehandelt und die Aktionäre wüssten bis heute nicht, wie die mit dem Verkauf einzelner Geschäftseinheiten erzielten Einnahmen verwendet werden. Die Folge dieser Vorwürfe war immerhin, dass der Verwaltungsrat neu gewählt wurde.

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