Gerüchte um Streit mit CEO Prince
Citigroup verliert ihre Vorzeigefrau

Das Stühlerücken beim weltgrößten Finanzdienstleister, Citigroup, geht weiter. Am späten Montagabend gab die Bank den Rücktritt der Privatkunden-Leiterin, Marjorie "Marge" Magner, bekannt.

HB NEW YORK. Unter der 56-jährigen Powerfrau erzielte der Privatkundenbereich mit über 200 000 Mitarbeitern über die Hälfte der Konzerneinnahmen im vergangenen Jahr. Das Verbrauchergeschäft liefert traditionell den Löwenanteil des Citigroup-Gewinns und bildet den historischen Kern des globalen Finanzriesen.

Mit Magner verabschiedet sich ein weiteres Mitglied der alten Citigroup-Garde um den 72-jährigen Gründer und Aufsichtsratschef Sanford "Sandy" Weill. Im Juli hatte Präsident Robert B. Willumstad seinen Abgang bekannt gegeben. Der 59-Jährige will seinen "alten Traum" realisieren, selbst an der Spitze eines börsennotierten Finanzkonzerns zu stehen. Wenige Tage später wurde zudem bekannt, dass auch Aufsichtsratschef Weill mit dem Gedanken an einen vorzeitigen Rücktritt spielte. Nach einer laut Medienberichten kontroversen Diskussion über sein üppiges Versorgungspaket entschied er sich, bis zum Vertragsende im Frühjahr 2006 zu bleiben.

Citigroups Vorstandschef Charles Prince ersetzt Magner durch zwei jüngere Leute und unterteilt den Privatkundenbereich in zwei Sparten: Ajay Banga, 45, übernimmt das teilweise rasant wachsende Auslandsgeschäft; Steven J. Freiberg, 48, kümmert sich um das stabile Business in Nordamerika.

Gleichzeitig beförderte Prince andere Citigroup-Manager und schuf ein neues Operatives Komitee, das künftig als konzernweites Forum im Tagesgeschäft dient. Insgesamt verjüngt Prince sein Führungsteam und stärkt gleichzeitig seinen Durchgriff auf das operative Geschäft.

Magner, die seit 2002 den Citigroup-Ertragsmotor in Bewegung hielt, nennt persönliche Gründe für ihren Rücktritt: "Ich habe einen Wendepunkt in meinem Leben erreicht." Ende Mai wurde sie von einem Taxi in Manhattan angefahren und brach sich ein Bein. Danach arbeitete Magner zunächst von zu Hause aus, wo offenbar ihr Entschluss fiel, eine zweite Karriere als Akademikerin oder bei einer wohltätigen Organisation zu starten. Auch die Unterhaltungsbranche interessiere sie angesichts der Musikerkarriere ihres Sohns, der mit seiner Band Disco Biscuits Kritikerlob einfährt. Eine Rückkehr ins Finanzgewerbe schließt Magner aus.

Seite 1:

Citigroup verliert ihre Vorzeigefrau

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%