Globale CEO-Umfrage
Was die Zuversicht der Konzernchefs schwinden lässt

Trump, Brexit, Cyberangriffe: Angesichts der geopolitischen und technischen Risiken blicken Chefs von Unternehmen weltweit mit weniger Optimismus auf die kommenden Jahre. Warum die CEOs auch die sozialen Medien fürchten.
  • 2

Düsseldorf„Business a usual“ – dieser Begriff für die gepflegte Langeweile im Unternehmensalltag ist momentan bei Chefs kaum noch zu hören. Schuld daran sind die neuen geopolitischen Gefahren. Sei es die Politik des neuen US-Präsidenten oder der Brexit: Derartige Unsicherheiten sind Gift für die Wirtschaft. Die Aussichten für die Unternehmen in aller Welt sind ungewiss – und damit sinkt auch die Zuversicht.

Diese Diagnose erstellt das Beratungsunternehmen KPMG in seinem am heutigen Dienstag veröffentlichten „Global CEO Outlook Survey“. Die renommierte Umfrage unter 1300 Vorstandschefs aus aller Welt liefert jedes Jahr einen Zustandsbericht über die Stimmung in den Firmen und deren Blick auf die nähere Zukunft. 2017 zeigt sich erstmals seit längerem wieder eine stärkere Skepsis der Chefs.

Zwar gehen noch 65 Prozent der Befragten davon aus, das die Weltwirtschaft in den kommenden drei Jahren wachsen wird. Das sind aber deutlich weniger als im Vorjahr, als sich noch 80 Prozent optimistisch über die Konjunkturentwicklung geäußert hatten. Dieser Trend zeigt sich in fast allen Ländern – außer den USA.

Die deutschen Vorstandschefs sind dabei noch überwiegend optimistisch: Rund 77 Prozent erwarten eine weiterhin starke Weltwirtschaft. Bei der KPMG-Umfrage im Vorjahr waren es aber noch 89 Prozent. Geradezu eingebrochen ist die Zuversicht der CEOs in China und Japan, was die Entwicklung der Weltwirtschaft betrifft. Nur US-Chefs äußerten sich positiver als im Vorjahr. Sie erwarten offenbar weiterhin einen spürbaren Wachstums-Effekt durch den neuen Präsidenten.

Wie die KPMG-Umfrage zeigt, hat sich auch der Fokus des Risikomanagements in den Unternehmen verändert. KPMG fragt in jedem Jahr, welche größten Risiken die Chefs für ihre Firma sehen. Im vergangenen Jahr standen mögliche Cyberangriffe auf dieser Liste ganz oben, gefolgt von einer wachsenden Regulierung. Jetzt nannten die CEOs zwei andere Herausforderungen: die Bedrohung ihrer Geschäftsmodelle durch disruptive Technologien und ein möglicher Schaden für die Reputation und Marke des Unternehmens.

Seite 1:

Was die Zuversicht der Konzernchefs schwinden lässt

Seite 2:

Zunehmende Gefahren durch disruptive Technologien

Kommentare zu " Globale CEO-Umfrage: Was die Zuversicht der Konzernchefs schwinden lässt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Pfiffiger Beitrag Herr Isenberg. Selten so ein durchdachtes Plädoyer für eine Internet-Zensur gelesen, wie ihres. Für meinen Teil würde es bereits ausreichen, einmal Ross und Reiter zu benennen. WER schüttet denn das Internet mit Fake-News voll? Und WER profitiert davon?

    Alle Anzeichen belegen, dass es Russland ist, das diesen informativen Krieg begonnen hat, und gemeinsam mit dem Mega-Bullshit-Phänomen Trump gewisse Erfolge erzielt. Wer soll davon profitieren? Rechtspopulisten, Oligarchen, Rechtsextreme, Autokraten.

    Was kann man dagegen tun?

    Drohen.

    Das ist die einzige Sprache, die die kalten (Informations-)Krieger im Kreml und in Sankt Petersburg verstehen. Wir drohen Russland mit einem Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft, wenn diese Angriffe auf den deutschen Bundestagswahlkampf wiederholt werden. Verstanden?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%