Handelsblatt-Interview
"Vorteile durch Kooperation"

Thomas Lünendonk, Analyst und Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmen Lünendonk GmbH im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das Thema: Vorteile von Zusammenschlüssen in der deutschen Facility-Management-Branche (FM).

Handelsblatt: Sie haben in ihrer Studie zur Facility-Management-Branche (FM) die Anbieterseite genau analysiert. Der Bereich verzeichnet ein jährliches Umsatzwachstum von 5,5 Prozent. Laufen die Geschäfte bei allen Anbietern gut?

Hossenfelder: Im Gegenteil: Wir haben es mit einer Schere zu tun, die sich immer weiter öffnet. Die Top-Ten Unternehmen wuchsen im Jahr 2004 im Schnitt um mehr als 10 Prozent, die übrigen um lediglich 1,6 Prozent. Jedes vierte Unternehmen jenseits der ersten Zehn verzeichnete sogar einen Umsatzrückgang. Auch unsere aktuelle Liste bestätigt die Fortsetzung dieses Trends.

Heißt das, die kleineren Unternehmen werden in naher Zukunft völlig vom Markt verschwinden?

Die Anzahl der Fusionen und Übernahmen, die wir schon seit Beginn des Jahrzehnts beobachten, wird noch weiter zunehmen. Einige Zusammenschlüsse waren strategischer Natur - etwa wenn ein infrastrukturell geprägtes FM-Unternehmen sich mit einem Technikspezialisten zusammengetan hat. In solchen Allianzen steckt großes Potenzial, das kleineren Anbietern das Leben schwer machen wird. Spezialisten und kleinere lokale Player werden aber auch in Zukunft am Markt bestehen. Sorgen machen wir uns vor allem um mittelständische Unternehmen, die ihre eindeutige Positionierung am Markt noch nicht gefunden haben. Hier ist der Druck besonders stark.

Das hört sich ja für den Mittelstand nicht gerade positiv an.

Wir raten kleinen und mittelständischen Unternehmen, sich am Markt als regionale Player oder aber als Spezialisten aufzustellen und das auszubauen. Darüber hinaus können FM-Anbieter, die aus eigener Kraft nicht wachsen können, mit anderen Anbietern gleicher Größe Kooperationen bilden, entweder grundsätzlich oder zumindest projektbezogen. Ein führender mittelständischer Anbieter aus Hamburg könnte zum Beispiel eine Kooperation mit einem Unternehmen gleicher Größe in Bremen eingehen, um Vorteile bei Einkauf und Angebot zu erzielen.

Also sollten sich die kleineren Unternehmen sowohl regional als auch fachlich konzentrieren?

Regional starke Anbieter spielen in Deutschland im Vergleich zum europäischen Ausland noch immer eine entscheidende Rolle. Fragt man die Top-Ten der Branche nach ihren Wettbewerbern, so wird neben anderen Großunternehmen stets auch der jeweilige lokale Primus genannt. Aber es kann auch aus anderen Gründen sinnvoll sein, sich auf ein bestimmtes Leistungsspektrum zu spezialisieren: Bei sensiblen Themen wie Sicherheit oder Kraftwerk-Technik zum Beispiel setzen einige Kunden bestimmter Branchen eher auf Experten als auf Allrounder.

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