Hans-Georg Barlach im Porträt
Viel mehr als nur ein Enkel

Der Mann wirkt wie ein geübter Museumsführer, wenn er Besuchern seine 700 Quadratmeter große Villa im feinen Hamburger Stadtteil Winterhude zeigt: Behutsam und mit sonorer Stimme erklärt der 48-Jährige die Herkunft schwerer Bronzeplastiken, fast lebensgroßer Fotografien von chinesischen Schaufensterpuppen oder meterlange Wandexponate.

HAMBURG. Hans-Georg Barlach kennt sich aus: Er ist Enkel und Nachlassverwalter des umfangreichen Erbes seines 1938 verstorbenen Großvaters, des deutschen Expressionisten Ernst Barlach. Der junge Barlach sieht sich selbst als „Netzwerker, der versucht, zwischen Kunst und Kommerz zu vermitteln“. Weltweit nimmt er die Interessen seines Großvaters wahr – sei es bei verschiedenen Barlach- Stiftungen oder bei der Vorbereitung neuer Ausstellungen. Nur zögerlich trennt sich der Enkel von Skulpturen seines Großvaters; manche zieren auch sein Büro mit der großzügigen Fensterfront zum Garten hin.

Barlach ist ein Selfmademanager, seine Vita farbreich: Kunstsammler, Galerist, Baumagnat, Immobilienentwickler und Verleger der traditionsreichen Boulevardzeitung „Hamburger Morgenpost“, in der Hansestadt kurz „Mopo“ genannt. Mit der im Tabloid-Format erscheinenden Zeitung hat der Verleger viel vor: Er will die Auflage wieder um 20 000 auf 120 000 Exemplare steigern. Optimistisch macht ihn hierbei, dass die Zeitung seit Jahresanfang im Vierfarbdruck erscheint. Mit steigender Auflage erhofft er sich, dass der angestrebte Gewinn von einer Million Euro im laufenden Geschäftsjahr künftig weiter ausgebaut wird. Um die Bekanntheit des Blattes in Hamburg zu stärken, soll die Zeitung in Norddeutschland ein eigenes Fernsehformat erhalten. „Hans-Georg Barlach ist ein selbstbewusster Verleger. Er ist jederzeit offen für neue Ideen“, meint „Mopo“-Betriebsrat Holger Artus.

Geboren wird Barlach im schleswig-holsteinischen Ratzeburg. Da er zu Hause als Rebell gilt, schickt ihn sein Vater auf das Internat in St. Peter Ording. Dort nimmt er aber mit 17 Jahren Reißaus und lernt zunächst den Beruf des Chemotechnikers. Doch den Job übt er nicht aus. Denn mit 22 Jahren tritt er bereits das millionenschwere Vermächtnis seines Großvaters an und muss sich schnell im Geschäftsleben zurechtfinden. Mit Geschick vermarktet er international die Werke des Expressionisten, begleitet die vielfachen Stiftungsaktivitäten und beginnt parallel die Entwicklung von Immobilienprojekten.

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