Harry Roels erklärt sich zu zweiter Amtszeit bereit – drei Jahre vor Vertragsablauf
RWE-Chef will länger bleiben

Harry Roels, Vorstandschef des Versorgers RWE, erklärt sich zu zweiter Amtszeit bereit – drei Jahre vor Vertragsablauf.

ESSEN. HANDELSBLATT, 25.2.2005Harry Roels geht in die Offensive. Der Vorstandschef der RWE AG richtet sich in seinem Sitz auf, greift kurz ans Mikrofon und sagt mit ruhiger Stimme: „Ob ich eine zweite Amtszeit mache, werde ich natürlich nicht alleine entscheiden – aber ich stehe zur Verfügung. “

Das Bekenntnis gestern auf der Bilanz-Pressekonferenz kommt überraschend. Gerade mal zwei Jahre führt der Niederländer den Energiekonzern, erst in drei Jahren würde sein Vertrag auslaufen.

Das öffentliche Bekenntnis ist jedoch nötig. Seit seinem Amtsantritt kursieren Spekulationen, der ehemalige Shell-Manager werde auf keinen Fall länger an der Spitze des Unternehmens bleiben als fünf Jahre. Das soll er sogar selbst gesagt haben. Im Aufsichtsrat sei er vor kurzem gar aufgefordert worden, einen Nachfolger aufzubauen, verlautet aus Kreisen des Gremiums. Gründe zur Annahme, Roels vergehe die Lust an seiner Arbeit, gab es reichlich. Schon bei seinem ersten großen Projekt, der neuen Konzernstruktur, drohte er zu scheitern. Zweimal musste Roels bereits den Vorstand umbauen. Und die Machtverhältnisse im Aufsichtsrat mit den einflussreichen Vertretern von Gewerkschaften und Kommunen sorgen immer wieder für Spannungen.

Roels versucht, diesem Eindruck entgegenzutreten: „Ich habe wirklich Freude an meinem Job, es ist der beste, den ich jemals hatte, und ich würde ihn immer wieder machen.“ Er habe schon viel erreicht, aber auf seiner Tagesordnung noch viele unerledigte Punkte.

Zumindest formal steht einer Vertragsverlängerung nichts im Wege: 2008 wird Roels 59 Jahre alt sein – als Altersgrenze für neue Vorstandsverträge gilt bei RWE 60. Alleine entscheiden kann er das freilich nicht.

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