Harry Roels' will externes Mandat
RWE-Chef will in Post-Aufsichtsrat

RWE-Chef Harry Roels fasst in der Deutschland AG Fuß: Der Energiemanager will in den Aufsichtsrat der Deutschen Post. Er ist einer von vier neuen Kandidaten, die sich auf der Hauptversammlung am 10. Mai den Aktionären zur Wahl stellen. Dies geht aus der Tagesordnung hervor, die der Konzern jetzt veröffentlichte.

HB DÜSSELDORF. Für Roels wäre dies eine Premiere. Im Gegensatz zu den meisten seiner Amtskollegen in anderen deutschen Großkonzernen hat der ehemalige Shell-Manager, der schon seit drei Jahren an der Spitze des größten Stromproduzenten steht, bislang ein Aufsichtsratsmandat in einem externen Unternehmen abgelehnt. Zurzeit sitzt er nur in den Kontrollgremien der Konzerntöchter RWE Power und RWE Energy. Angebote hat er zwar nach eigenen Angaben schon früher erhalten, aber bisher allesamt zurückgewiesen. Seine Begründung: „Ich will mich zunächst ganz auf meine Aufgaben bei RWE konzentrieren.“

In der Tat waren die ersten Jahre an der Spitze des Essener Traditionskonzerns für ihn sehr arbeitsreich. Roels verpasste dem Unternehmen eine neue Struktur und ordnete das Portfolio neu. Er verkaufte Randbeteiligungen wie Hochtief oder die Heidelberger Druckmaschinen AG, stellte aber auch die Kerngeschäftsfelder Entsorgung und Wasser zum Verkauf. Zudem musste sich der Newcomer immer wieder mit den schwierigen Machtverhältnissen im Ruhrgebietskonzern auseinander setzen. Das komplizierte Geflecht im RWE-Aufsichtsrat, bei dem sich die Vertreter der Arbeiternehmer, der Kapitalseite und der kommunalen Aktionäre häufig gegenseitig blockieren, macht Roels die Arbeit schwer.

Warum er sich jetzt frei genug fühlt, in den Aufsichtsrat eines Dax-Konzerns einzutreten, wollte der Vorstandschef gestern nicht kommentieren. Zumal seine Aufgabenliste bei RWE immer noch recht lang ist. Den Verkauf der Wassersparte muss Roels erst noch unter Dach und Fach bringen. Der Ausstieg aus dem Bereich, den sein Vorgänger Dietmar Kuhnt noch zum Kerngeschäftsfeld aufgebaut hat, soll Milliarden in die Kassen spülen.

Die benötigt Roels, um im Strom- und Gasgeschäft zuzukaufen und so in der laufenden Fusionswelle auf dem europäischen Energiemarkt bestehen zu können. „Wir haben unsere Hausaufgaben bei RWE gemacht und uns für die nächste Konsolidierungsrunde qualifiziert“, sagt der Vorstandschef.

Fünf Jahre lang könnte Roels nun auch die Geschicke der Post mitbestimmen. Ob er dann noch RWE-Chef ist, bleibt abzuwarten. Seine erste Amtszeit endet 2008 – über eine Fortsetzung haben die Aufsichtsräte noch nicht entschieden.

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